Video-Heuballen im Westen: Wie Verlage die Landtagswahl verpasst haben
Die Kombination Bewegtbild und Lokaljournalismus hat am Wahlsonntag einen unrühmlichen Tiefpunkt erreicht. Die großen Verlage in NRW versuchten erst gar nicht mit ihrer Kernkompetenz zu glänzen und setzten stattdessen mehrheitlich auf Arbeitsverweigerung.
Vom vielbeschworenen Rettungsanker Lokaljournalismus war zumindest im Bewegtbildbereich der Nachrichtenportale im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands wenig zu merken.
Beobachtete Verlage:
Ruhr Nachrichten (RN)
DerWesten (DW)
Kölner Stadt-Anzeiger (KSTA)
Rheinische Post Online (RPO)
Obige Verlage bieten, basierend auf ihrer Größe, unterschiedliche stark ausgeprägte eigene Bewegtbildaktivitäten.
Wahlsonntag - 24 Uhr
Lediglich RPO (Leverkusen), WN (Münster) und KSTA (Köln-Junkersorf) lieferten erste Bewegtbilder aus den Rathäusern. Komplette Fehlanzeige bei den RN und bei DW.
Vorbildlich: Die WN bietet dem Nutzer direkt mehrere kurze Interviews mit lokalen Politikern.
Montag nach der Wahl - 12 Uhr
Genug Zeit für allerlei Video-Möglichkeiten auf breiter Front, oder? Fehlanzeige.
Die RPO legte mit einem weiteren Video nach (Leverkusen), für Duisburg und Düsseldorf setzte der Verlag auf Kooperationsbeiträge. Die WN bot nun Bilder aus Borken und Gronau (Bürgermeisterwahl).
Kein neues Video-Futter beim KSTA. Die RN zeigen jetzt (Dank OMS) ein allgemeines Reuters-Video. DW bietet "Stimmen vom Wahlabend", allerdings vom Kooperationspartner NRW TV.
Fazit:
Natürlich ist Lokalpolitik ein sperriges Thema. Natürlich sind mit derartigen Themen keine Abrufrekorde zu erreichen. Der eigene Anspruch der regionalen Verlage - vorallem im Lokalen Qualitäts- und Informationsplatzhirsch zu sein, wurden sie während der Landtagswahl 2010 nicht gerecht. Nächste Chance: 2015...
Update/Disclosure:
Ich pflege sowohl zu DerWesten als auch der Rheinischen Post Online diverse Geschäftskontakte.