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Video, das ungeliebte Kind

Video wird die treibende Kraft für Nachrichten-Websites werden. So tönt es alle paar Tage bei den einschlägigen Mediendiensten wie turi2, kress und horizont. Unglaubliche Investitionen werden versprochen. Der Werbemarkt in diesem Bereich boome. Der User giere nach bewegten Bildern. Und liefern müssen wir das, die Schmuddelkinder der Branche.

“Video is the new shit.”

 

Nun ist Video im Netz nicht wirklich der allerneuste Schrei. Als der Trend ausgerufen wurde, haben die meisten Medienhäuser noch über das Für und Wider von Kommentaren unter Text-Artikeln sinniert. Derweil ist Video längst “old school” bei der jungen Zielgruppe geworden.

 

Video ist nicht mehr Hip, sondern Standard.

 

Wie holt man diesen Rückstand auf? Durch Investitionen. In Technik, in Marketing, in Werbung - und in Inhalte. Von daher lassen die großen Versprechungen aufhorchen. Meinen es die Unternehmen jetzt ernst?

 

Hand aufs Herz, liebe Blog-Leser. Ich weiß, dass sich auf dem fliegenden Auge so manche Verlage, freie Video-Menschen und “old economy”-Fernseh-Leute rumtreiben. Seid ehrlich: Was hat sich in den vergangenen 12 Monaten getan.

Was ist ganz unten beim Journalisten angekommen. Beim schnöden Arbeiter.

 

Der Web-Video-Markt boomt lustig vor sich hin. Ich weiß nur nicht, wo hin. Kann mir jemand nur ein einziges erfolgreiches Video-Format nennen? Ich habe weltweit noch keines gefunden. Die Medienszene kocht derweil ihre eigenen Erfolgsfaktoren. Die ähnlich der kruden PI-Hurerei beim Kunden/Leser/Zuschauer nur mit einem fragenden Kopfschütteln quittiert wird.

 

Mal sind es die guten Klicks. Wobei jeder Regional-Sender mehr Zuschauer hat.

 

Mal ist es die Reichweite. Dann gehen Sie mal auf die Straße und fragen, wer den vielgerühmten Elektrischen Reporter kennt. Oder wer heute noch nach Ehrensenf kräht.

 

Mal sind es die Werbeeinnahmen. Ja, endlich ist es realistisch, ein 100-Euro teures Video refinanziert zu bekommen. Meinen Rentengroschen würde ich dort nicht anlegen.

 

 

Wo sind nun die großspurig angekündigten Investitionen?

Noch nie war es so günstig, halbwegs ordentliche Videos zu produzieren und an die Zuschauer auszuliefern. Aber auch hier wird gespart. Warum eine semi-professionelle Kamera für 3000 Euro kaufen, wenn’s das Modell aus der MediaMarkt-Werbung auch tut? “Die macht doch auch schöne Bilder.” Ausbildung? “Für den Anfang müssen drei Tage reichen. So schwer ist das doch nicht.”

 

Die Relevanz eines Aushilfsarbeiters

Und wir wundern uns, dass der neben Poltikern unbeliebteste Beruf der Deutschen - der Journalist - in der Bevölkerung so gesellschaftlich wertvoll angesehen wird, wie ein Karussell-Bremser auf der Cranger Kirmes. Wir machen uns selbst den Garaus. Dafür bedarf es keiner Demografie, Werbeflaute oder dem unkontrollierbaren Internet.

 

Schmuddelkinder

 

So geht man mit ungeliebten Kindern um. Die Kosten nur Geld, machen viel Schmutz und am Ende werden sie auch noch Journalist. Bäh!

 

Dieser Blog-Beitrag ist fachgerecht recyclet worden und stammt ursprünglich vom 29.07.2008.

Hand auf den Viewfinder: Hat sich etwas grundlegend verändert?

 

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