Eine Zukunft ohne Flip

In letzter Zeit ist es still an dieser Stelle um die Flip-Kameras geworden. Die Erklärung ist einfach: Bereits Ende des Jahres 2009 wurde das Projekt stillschweigend auf Eis gelegt.

 

Aus Kostensicht ist dieser Schritt nachvollziehbar: Schließlich kostete die Produktion (Dreh, Schnitt) eines Flip-Videos ca. 60 Euro. Aus Verlagssicht viel zu viel Geld für exklusives vermarktbares Bewegtbildmaterial. Auch die rund 40 mit Flip-Kameras ausgestatteten Redaktionen werden sich bedanken, wird das weithin überschätzte Thema "Webvideo" nun endlich an ihrer beruflichen Entwicklung vorbeigehen. Und wer sich in der regionalen Branche auskennt, wird zustimmen: Vierstellige Abrufzahlen für derlei Videos sind ohnehin viel zu wenig.

 

In diesem Sinne kann ich allen Beteiligten nur gratulieren: Während andere Verlagshäuser diesen unheilvollen Weg energisch beschreiten, besinnt man sich in Essen auf angestammte Zukunftsgeschäfte. Und nicht wenige Redakteure haben nun eine Flip für den nächsten Urlaubs-Trip in der Schublade. Da sag noch einer, Verlage verstünden es nicht ihre Mitarbeiter zu motivieren.

Flip-Tagebuch (2)

Eine interessante Entwicklung: Kurzfristig haben unsere rund 40 Fotografen, die für die WAZ und NRZ unterwegs sind, Nägel mit Köpfen gemacht. Nahezu jeder Fotograf wird mit einer Flip losziehen und Material anliefern. Das Projekt erhält dadurch eine neue Komponente: Bildjournalisten dem Weg von Stand- zu Bewegtbild bereiten. Das Video nicht gleich Foto ist, weiß zum Glück jeder der Kollegen.

Neben den üblichen Fragen ging es deswegen heute um praktische Überlegungen: Wie fotografiere ich gleichzeitig mit einer D300 und halte parallel die Flip auf das Geschehen? Wir probieren eine Kombination aus Stativschraube und Blitzschuh-Adapter aus. Marke Eigenbau.

Am Vormittag war ich in meiner alten schönen Sauerländer Heimat. Arnsberg, du langweiligste Stadt NRWs :)

Flip-Tagebuch (1) mit Video

Heute bei den Kollegen der NRZ in Moers gewesen. Sehr nette und interessierte Kollegen, die der Flip-Kamera nicht kritiklos, aber offen gegenüberstehen. Je mehr Antworten ich versucht habe zu geben, desto mehr Fragen kamen. Das Universum Webvideo lässt sich eben nicht an einem Tag erforschen. Jetzt bin ich gespannt, wie die Kamera in den Redaktionsalltag eingebaut wird. Übrigens wie bei allen frischen Flip-Redaktionen starten wir erstmal im Stillen, bis sich eine gewisse Routine eingependelt hat.

 

Am Ende des Schulungstages hat mir dann Harry Seelhoff, NRZler mit Leib und Seele vor der Flip-Kamera erzählt, was er sich von der Sache erwartet.