Laut BusinessInsider plant YouTube-Mutter Google mittelfristig Investitionen von etwa 500 Millionen Dollar in eigene Bewebtbildinhalte. Ein Strategiewechsel, der TV-Anbietern weltweit starke Kopfschmerzen verursachen wird.
YouTubes Strategie war bis jetzt eher zurückhaltend: Kein eigener Content, der Kauf des Inhalteproduzenten Next New Networks zuvor würde lediglich für Aktionen wie Nachwuchsförderung innerhalb der Community genutzt. YouTube gefiel sich in der Rolle des reinen Plattform-Anbieters, nicht zuletzt auch aus rechtlichen Gründen. Die Haftung für Inhalte liegt damit bei den Contentbesitzern.
Der Sinneswandel überrascht. Noch im Juni beim YouTube-Nachwuchswettbewerb “Secret Talents” hieß es: Nein, wir werden kein Contentanbieter. Denn: “Wir wissen, wo unsere Stärken liegen”, lautete damals die Aussage von Google-Pressesprecher Stefan Keuchel. Gefahr erkannt, Gefahr verbannt - Google rüstet nun eben an dieser Front auf.
Hintergrund: Der TV-Markt ist reif zum Abschuss. Vor allem in den USA stehen die Kabelnetzbetreiber mit dem Rücken zur Wand. Die Zahl der sogenannten “cord cutters” - Konsumenten ohne Kabel-TV-Vertrag - nimmt stetig zu. Eine Entwicklung, die sich auch in Deutschland, wenn auch abgemildert, fortsetzen könnte.
Ein weiterer Motivationsgrund für Google: Die eigene Couch-Plattform GoogleTV ist zwar in den USA gefloppt, soll aber 2012 einen neuen Anlauf nehmen und auch z.B. in Deutschland an den Start gehen. Grund für das Scheitern war bis jetzt u.a. die vorsichtige Haltung der Contentanbieter in den USA. Längst nicht jeder TV-Sender oder Filmeproduzent wollte seine Inhalte über Googles-Fernsehbox flimmern sehen. Konsequent nun also, dass Google in eigenen Premium-Content investieren will.
Deutschland könnte bei diesem Strategiewechsel eine starke Rolle einnehmen. Aus verlässlichen Quellen heißt es, dass noch dieses Jahr ein deutsches Content-Netzwerk im Stile Next New Networks gegründet werden soll. Unabhängig - aber finanziell unterstützt durch Google-Geld.
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