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Social-Media-Fail: Zeitung lässt eigenes Golden-Voice-Video sperren
Es hätte ein PR-Coup für den Columbus Dispatch werden können: Durch Zufall entdeckten sie Ted Williams, den Mann mit der goldenen Radiostimme. Dann schnappte sich jemand das Video, stellte es bei YouTube ein und kurze Zeit später ging es um die Welt. Jetzt hat die US-Zeitung das Video sperren lassen.
Keine Frage: Der Anspruch ist gerechtfertigt. Ich kann mir vorstellen, wie die Verlagschefs an die Decke gegangen sind, als die mehr als 12 Millionen Videoviews eintrudelten. Und zwar auf YouTube, nicht auf Dispatch. Dabei war das Problem hausgemacht: Der Videoplayer unterstützte kein Embedding. Und den gesamten ersten Tag unterschätzte die Dispatch-Redaktion sich selbst und versteckte das Video auf der Webseite.
Hätte The Dispatch nach dem Videoklau mitgespielt, wären sie mit einem blauen Auge davongekommen. "Hey, die Abrufe sind nicht unser. Aber die Story kommt von uns." Jetzt verweisen tausende Newsseiten und Blogs auf ein durch Columbus Dispatch gesperrtes Video. Ohne Link auf die Zeitungsseite oder auf den eigenen Videoplayer, der übrigens mittlerweile, wenn auch technisch schlecht gemacht, embeddbar ist.
Selbst im offiziellen Columbus Dispatch-Channel auf YouTube ist von der goldenen Stimme nichts zu hören und zu sehen. Diesen Kanal gibt es nämlich immer noch nicht. Leidtragender auf YouTube ist dafür die ähnlich benamte Zeitung The Dispatch aus North Carolina. Kommentare wie "What the fuck are you doing?" sind noch die freundlichen Beschwerden dort.
Gebracht hat die Löschaktion auf YouTube zudem nichts: Dutzende Nutzer haben das Video erneut hochgeladen. Und dieses Mal oft genug ohne Hinweis auf Columbus Dispatch als Urheber.
Update: Auf dem neu angelegten Channel hat die Dispatch nun das Originalvideo eingepflegt. Mit minimalen Abrufen und einer Lawine an negativen Kommentaren und negativen Bewertungen.