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Shake it, baby!

Wer es noch nicht weiß: Ich bin ein Freund der wackelnden Kameraeinstellungen. Ich stehe dazu, ich will es gar nicht verneinen. Ich oute mich. Neulich hat mich jemand deshalb als “Qualitätsverweigerer” tituliert.

 

In der Wahrnehmung vieler Kollegen wird Webvideo mit verwackelten Videos gleichgesetzt. Das rührt vorallem daher, dass der Großteil an YouTube-Content von Oma Lieschen, Enkel Jens und manchmal von Kater Fritz produziert wurde. Die Wackler sind dort ebenso normal, wie kalte Currywurst-Sauce in Berlin (ihr Banausen!).

Und was ist mit den Profis? Die es besser wissen sollten, die damit Geld verdienen wollen, die ein Handwerk beherrschen? “Wir dürfen nicht verwackeln, wir sind ja besser.”

Mir kommt es nicht auf den stilistischen Aspekt eines Wackelvideos an - dieser mag in einigen Videos eine Rolle spielen: Mehr Authentizität, Nähe, Ich-Perspektive.

Warum ich dennoch auf die shaky cam stehe?

Weil der Inhalt dahinter oft wichtiger ist als das handwerkliche Begleitgespenst.

Live-Videos vom Brennpunkt des Geschehens, meist per Handy gefilmt; diese eine persönliche Szene während der Reportage; der spontane O-Ton am Spielfeldrand: All dieses wären ohne Gewackel kaum möglich.

Bin ich deshalb ein Qualitätsverweigerer?

8 Kommentare

  1. Ich würde sagen: ja. Toller inhalt kommt auch ohne Wackeldings ganz prima.

  2. Also Wackelschutz ist wichtiger als Content?

  3. Ist Essen wichtiger als Trinken? Toller Content toll gefilmt ist toll. Alles andere ist nur halb.

  4. Das Rolling-Shutter-Beben einer HD-Pocketkamera oder Video-DSLR finde ich in jedem Fall sehr ungünstig. Aber bei einem perfekten Video müssen alle drei Dinge (Content, Bild und Ton) stimmen. Bei den Nachrichten oder einer Reportage ist allerdings keine Perfektion gefragt.

  5. Ich bin kein Profi und will auch keiner sein, aber ich stehe jetzt seit fast nem Jahr einmal im Monat bei einem Poetry Slam auf der Matte, um den mitzuschneiden. Und den Videos, auf denen _alle_ Kameras einfach auf einem Stativ fixiert sind, fehlt irgendwas. Ohne das naeher bezeichnen zu koennen.(Nein, ich will eigentlich keine Wackelkameraorgien wie beim WDR Poetry Slam, aber bombenfeste Stativeinstellungen wirken auf mich unnatuerlich. Wieder ohne das begruenden zu koennen.)

  6. @Mario: Jup, ein halbes Alt ist was für Autofahrer. Leider ist man/frau doch manchmal darauf angewiesen. Sprich: Der Drehalltag ist eine fiese Foxxe :) @cpier: Also hängt der gebrauchte Perfektionsgrad von der gewünschten Darstellungsform ab?@stk: Finde ich sehr spannend - allzu oft versteifen wir uns auf das, was wir in unserem Elfenbeinturm für richtig und angebracht halten. Dabei ist der Kunde/Zuschauer König.

  7. @Markus: In dem Kontext wuenscht der Zuschauer glaube ich einfach nur einen tollen Vortrag, den er (nach der Vorauswahl) in jedem Fall auch bekommt — was aber nicht an uns als Aufzeichnern liegt. Alles drueber raus (Ton vom Mischpult abnehmen, mehrere Einstellungen, HD via 5dmk2, Wackel- oder nichtwackel-Kamera) sind Dinge, die mir persoenlich am Herzen liegen und die den Leuten (insbes. den Slammern) auch auffallen, ohne die sie aber offenbar ganz problemlos leben koennten.Ich aber nicht.

  8. @Markus Teilweise ja.

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