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Anarchy in Web-TV

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Schämt euch.

#Bloggergate ist da. Und kaum einer findet das Geschäftsgebaren der Beteiligten komisch. Anrüchig. Oder gar schlimm. Weder SEO noch die Untiefen der deutschen Blogosphäre sind mein Fachgebiet. Was ich aber einfach nur penetrant beschämend finde, sind die Reaktionen bei Twitter und in den Kommentaren auf Sascha Pallenbergs Artikel.

Wenn es um Meinungsfreiheit und den immerwährenden Kampf Blogger vs. Journalisten geht, wird die große Transparenzkeule geschwungen. Blogger sind ehrlich. Blogger sind vielleicht käuflich, aber das nach Ansage. Anscheinend viel heiße Luft, um das eigene Samariter-Ego zu streicheln. Meinen manche Blogger etwa wirklich, mit einer derartigen Janus-Haltung in den digitalen Himmel zu kommen? An Petrus Stelle würde ich diesen Möchtegern-Meinungsmachern einen kräftigen Arschtritt in den Keller verpassen.

Die Argumentation "aber das wird doch schon länger so gemacht und es machen doch eh alle mit" ist so löchrig wie ein Schweizer Käse. Es muss anscheinend immer Leute geben, die dummen Ideen mit ausgestrecktem Arm hinterherlaufen.

Schämt euch.

Veröffentlicht January 27, 2011
Jan 27, 2011
Oswald Prucker said...
Dem ist nichts hinzu zu fügen.
Jan 27, 2011
Markus Bertling said...
Hm, ich kann dich zwar verstehen – teile aber nicht deine Meinung. Und vor allem nicht Saschas. Zur ganzen Thematik gehören zwei Seiten. Natürlich ist es übelst, was SEO-Schleudern da machen. Eine verbindliche Richtlinie wäre da sicherlich hilfreich und wünschenswert. Erinnert mich gerade ein wenig an die Diskussion beim DRPR zur Blogger-Guideline.

Aber da gibt es ja noch die andere Seite: Die Blogger. Wer sich von so einer E-Mail beeindrucken und letztendlich kaufen lässt, dessen Name darf auch gerne veröffentlicht werden. Gibt man Hirn und Gewissen ab, sobald ein A-Blog im Absender oder im Betreff steht? Ich habe ein recht kleines Blog, bekomme dennoch immer mal wieder ähnliche Anfragen, denen eine entsprechende Absage erteilt wird. Tauchen verdächtige Links in meinen Kommentaren auf, dann fliegen die raus. Wer da nicht selbst genügend… ja was? Anstand? an den Tag legt und absagt, der hat seine Leserschaft nicht verdient.

Ergo: EIne solche Aktion ist von beiden Seiten dumm. Aber der jeweilige Blogger sitzt letztendlich am längeren Hebel. Sollte da nicht vielmehr in den "eigenen Reihen" gesiebt werden?

Jan 27, 2011
Markus Hündgen said...
Ich bin sogar dafür, dass die Blogs genannt werden. Punkt.
Jan 27, 2011
Oswald Prucker said...
Ich bin nicht dafür. Da sind bestimmt viele Ahnungslose dabei, die das auch nicht verdient haben. Außerdem mag ich keine Pranger.
Jan 27, 2011
Markus Bertling said...
@Oswald Na ja, Onlinekosten.de steht jetzt ebenso am Pranger, wo ist der Unterschied? Und wer ist bei einer entsprechenden Mail denn "ahnungslos"? Da steht doch klar drin, worum es geht & was es gibt!? Entweder ich stehe zu dem, was ich tue – oder ich muss mit unangenehmen Konsequenzen rechnen. Da machen es sich die betroffenen Blogger in meinen Augen schon sehr leicht…
Jan 27, 2011
Korrupt said...
Ich fühl mich aus gegebenen Anlässen angesprochen und mag naturgemäß widersprechen. Das eine ist natürlich in der Tat die Mücke, die mag die einen pieksen, die anderen nicht, ob das mit Fell oder Empfindlichkeiten zu tun hat, mag ich nicht beurteilen, aber ich halte die Geschichte wirklich für albern. Paid Links gibts seit Unzeiten, Google hatte die irgendwann mal abgestraft und da war die Häme auch groß, das passiert und gut. Für die sensationelle Ankündigung ist das eben ein wenig arg warme Luft und der Verdacht liegt nahe, dass es *natürlich* nur um den Linkbait geht, und da ist dann auch irgendwo der Punkt erreicht, wo der eine Esel den anderen Langohr schimpft.

Im Übrigen halte ich die ganze "Blogger vs. Journalisten"-Kiste für aufgebauschten Unsinn und das Argument an sich keines, wer meint, diesen Streit ausfechten zu wollen, bite, mich interessierts eher wenig. Am Ende interessiert mich eben, was wo steht. Und wenn da irgendwo was verlinkt ist und mich interessierts, prima, Wenn nicht, so what. Wenns nervt, dann les ich woanders. Es ist wirklich so einfach.

Jan 27, 2011
Oswald Prucker said...
@Markus: Naja, da hast du schon recht. Es ist dann aber doch ein Unterschied, ob man die Geschäftspraktiken einer Firma, die im Netz gut Geld verdient, anprangert, oder irgendwelche kleinen Blogger, die halt doch der Versuchung erlegen sind. Wäre da ein großer dabei, das wäre bestimmt veröffentlicht worden. Die kleinen halten aber so einen Shitstorm nicht aus und das ist es nicht wert. Vielleicht fehlt mir da aber die ritterliche Einstellung.