YouTube würdigt in einem kleinen Video die erfolgreichsten Videos des Jahres 2011. Moment: Die erfolgreichsten Videos? Nicht wirklich. Unter den Abrufgiganten sind auch faule Birnen.
YouTube Rewind ist der clipgewordene Jahresrückblick, in riesigem Tempo rauscht der Zuschauer an den meist gesehenen Videos vorbei: Die großen US-Partnerkanäle sind alle vertreten (und wenn nur für drei Sekunden), die Top 10 besteht - nicht verwunderlich - aus Musikvideos, dem eigentlichen Klickbringer YouTubes (außer in Deutschland), gemischt mit viralen Clips und Werbefilmchen. Quasi das Best-Of der One-Hit-Wonder.
Moderiert wird das Ganze von… dazu später.
Den Thron des Most-Watched-Video erklimmt - Trommelwirbel - Gesangsunfall Rebecca Black. Deswegen darf sie YouTube Rewind moderieren. Was ein cleverer PR-Gag YouTubes ist.
Warum? Schauen wir uns an, wer diese Mrs. Black ist.
Mit ihrer Pop-Posse “Friday” hat sie derzeit knapp 12,5 Mio. Abrufe bei YouTube. Das waren noch bis MItte Juni deutlich mehr - nämlich bis es aufgrund Stretigkeiten mit dem eigenen Plattenlabel von der Plattform flog. Die bis dahin gesammelten 167 Mio. Abrufe sind zwar futsch, aber trotzdem in die Jahresberechnung eingeflossen. Zahlreiche Parodien mit dutzenden Millionen Abrufen haben den Hype beflügelt. Deswegen ganz klar Platz Numero Uno.
Was uns YouTube und Rebecca Black gerne verschweigen: “Friday” war und ist weiterhin das meist gehasste Video weltweit. Die YouTube-Erstauflage musste über 3 Mio. Daumen nach unten ertragen. Die Wiedereinstellung liegt bei 300 000 Miesen, bei nur 80 000 positiven Stimmen. Ebenfalls lesenswert sind die 200.000 Kommentare unter dem Video…
Bleibt zu hoffen, dass in der Berichterstattung zu den Top-Webvideos-2011 der eine oder andere genauer hinschaut - und nicht blind auf Abrufzahlen vertraut.
Und nun - gratulieren wir Rebecca Black mit eine der schönsten Parodien ihres “Video-des-Jahres”.
Videopunk - Anarchy in Web-TV Webvideos und die Zukunft des Bewegtbildes