Heute war kein guter Tag für den deutschen Journalismus. Die politisch motivierte Abberufung Nikolaus Brenders als ZDF-Chefredakteur ist ein Armutszeugnis deutscher Politikmacher. Und offenbart nebenbei, wie tief unsere Profession in der Krise steckt. Der Überlebenskampf des Journalismus ist seit heute ein offen ausgetragener Mehrfrontenkrieg. Von der einen Seite marschieren die Truppen der Verlage und Medienheuschrecken auf das Schlachtfeld, auf der anderen Seite befüllen politische Machtapparate ihre Gefechtskanonen. Umringt von Feinden nähen die ersten Journalisten bereits weiße Fahnen. Der ökonomische Leidensdruck, gepaart mit der Angst des eigenen Machtverlustes paralysiert selbst gestandene Redakteurs-Offiziere. Der Krieg nach außen ist längst ein Kampf im Inneren geworden. Die Kriegserklärung der Politik könnte kriegsentscheidend sein. Wahrlich, heute war kein guter Tag für den deutschen Journalismus.
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