Hey Spiegel Online - alles Bild oder was?
Mit der Qualität bei Webvideos ist es so eine Sache: Die meisten Verlage haben nicht die Ressourcen, mehr als sinnbefreite Video-Ergüsse ins Netz zu stellen. Spiegel Online gehört sicherlich nicht dazu: Doch was Deutschlands Online-Leitmedium unter Bewegtbild-Journalismus versteht, ist ein Witz. Und zwar ein ziemlich schlechter.
Hegemann vs. Ayran - das ist die Geschichte der jungen Mashup-Robin-Hood gegen den Underground-Blogger. Seit Wochen ein Thema im Netz und (eher leidlich) in deutschen Feuilletons. Die Herangehensweise des Spiegels setzt der netzweiten Berichterstattung die Narrenkappe auf:
(leider ermöglicht SpOn nicht das Einbetten ihrer eigenen Videos)
"Video-Blogger" Daniel Haas, in der übrigen Zeit Kolumnist bei Spiegel Online, wagt sich als Ayran auf die Leipziger Buchmesse. Was dann passiert, gesagt und geflucht (!) wird, ist nicht nur mäßig lustig. Es stellt sich vielmehr die Frage: Warum beglückt ein Qualitätsmedium wie Spiegel Online seine Qualitätsnutzer mit derartiger Hirnverweichung?
Betrachten wir das Video-Angebot des großen Nachrichtenkonkurrenten Bild.de, ließe sich das SpOn-Werk ohne Murren einbinden. Die meisten Nutzer würden den Unterschied nicht merken. Ein Umstand, der die Bild-Kollegen amüsieren, die Kollegen aus Hamburg aber nachdenklich machen sollte.
"Ich steh' auf Schmerzen", sagt Daniel Haas, aka Fake-Ayran, im Video. Eine mehr als maue Entschuldigung, seine Zuschauer mitleiden zu lassen.
(Danke an Mathias Richel fürs Entdecken)
Update: Kommentar dazu auf Facebook von Bild-Bewegtbildchef Daniel Durst: "Ich bin amüsiert."