Ich muss gestehen, ich habe lange sehr gespannt darauf gewartet: Das “YouTube”-Buch ist aber nun endlich erschienen. Und entpuppt sich als gelungenes Handbuch für Anfänger im Bewegtbildbereich - und zwar nicht nur für Webvideo-Freunde.
Von der richtigen Technik, über den Bildaufbau bis hin zu YouTube-spezifischen Grundlagen, wird so ziemlich alles abgedeckt, was der Newbie braucht. Dass die Zielgruppe des Buchs tatsächlich eher jung und YouTube-affin ist, zeigen die eingestreuten “Kanal-Kapitel”. In diesen werden bekannte deutsche YouTube-Kanal aus dem Jugendbereich vorgestellt.
Etwas Gemecker muss sein: Ich vermisse tiefer gehende Kapitel über Storytelling, Distributionsstrategien, statistische Erkenntnisse und Hilfestellungen zu Formatkonzepten. Aber das ist auch nicht Ziel des Buchs - es geht um Anfänger. Und diesen sei das Werk wärmstens ans Herz gelegt.
Geschrieben haben das Buch Carolin Hengholt und Christoph Krachten - bekannt auf YouTube mit der Interview-Show “Clixoom”. Ein paar Fragen an Christoph:
Wir haben ein Buch über YouTube gesucht und festgestellt, dass es keins gibt. Da wir beide Journalisten sind, zudem eine Produktionsfirma haben, uns also auch mit dem technischen und formalen Handwerkszeug auskennen und außerdem mit Clixoom erfolgreich auf YouTube sind, dachten wir uns: Wenn nicht wir, wer dann?
2. Wie lange habt ihr am Buch gearbeitet?
Das Schreiben selbst ging ziemlich leicht von der Hand, die Feinarbeit wie Bilder raussuchen oder Abdruckgenehmigungen einholen usw., hat sich dann noch etwas hingezogen. Wir haben das Ganze ja neben unserer anderen Arbeit gemacht. Insgesamt hat es ca. ein Jahr gedauert.
Bei der Veröffentlichung war schon ein Drittel der Auflage weg. Es wird also immer wieder neue aktualisierte Auflagen geben und es soll möglichst bald auch als E-Book erscheinen. Außerdem sind eine Menge QR-Codes drin, die auf ständig aktualisierte Seiten verweisen. Davon unabhängig stehen aber auch sehr viele grundsätzliche Dinge drin, die eine lange Halbwertszeit haben.
Auch wer die ausgetretenen Pfade verlassen möchte, sollte sie kennen. Eine Landkarte ist immer gut. Das sagen wir auch an vielen Stellen: Das hier ist kein Gesetz und du kannst es auch ganz anders machen. Aber du solltest schon wissen was du tust. Wobei wir glauben, dass sich Webvideo oft gar nicht in den gängigen Dimensionen vom Fernsehen unterscheiden wird. Ganz oft ist es einfach die Produktionsweise, die zu Videos führt, die so locker und leicht daherkommen, dass sie eine ganz neue Faszination ausüben.
(Disclaimer: Christoph Krachten ist Teil des “Webvideotage“-Teams und wird auch auf dem Videocamp Berlin im September 2011 Video-Workshops halten)
Videopunk - Anarchy in Web-TV Webvideos und die Zukunft des Bewegtbildes