Irgendwie wollen sie nicht miteinander reden, diese Netzfutzies und Politikhansel. So kommt es mir vor, wenn ich die Debatten im Netz und außerhalb verfolge. Die eine Seite schießt gegen die andere, und nicht immer wird mit sauberer Munition geschossen. Viel zu oft sind es leider auch die Netzaktivisten, die übers Ziel hinausballern, Polemik als Waffe nutzen und sich dabei nur selbst diskreditieren.
Es mag für eine Weile ganz lustig sein, jedes Politikerstatement auf die Schippe zu nehmen. Virtuelle T-Shirts, knackig-coole Banner, Meme am laufenden Fließband. Was den politischen Gegner ärgern mag, sorgt beim Publikum außerhalb der Netzblase nur für Kopfschütteln. Nicht, weil sich die Entstehung, der Witz eines Mems nicht erschließt. Sondern auch, weil die Themen zu Ernst sind, als sie fortwährend durch den satirischen Kakao zu ziehen. Netzpolitik ist keine Satirezeitschrift.
Ähnlich sieht es auch Peter Kruse, den ich gestern für das ZDF-Blog Hyperland gesprochen habe. Er beklagt die “Plassbergsche Aufmachung” vieler Themen, er hat genug von der Rennerei um “Hypes” und plädiert für mehr Unaufgeregtheit in der Debatte. Oder um es mit einer seiner Theorien zu sagen: “Ideologisierung ist das einzige, was eine sachliche Debatte zerstören kann.” Und Ideologien haben noch niemandem gut getan.
Videopunk - Anarchy in Web-TV Webvideos und die Zukunft des Bewegtbildes