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Der Selbstmord der Verlage

Der BDZV und die öffentlich-rechtlichen Sender stecken ihre Grundstücke ab. Diese Grenzen sollen medienpolitisch aufzeigen, wer mit welchen Medienspielarten das Sagen hat. ARD/ZDF sollen Videos kriegen, die Zeitungen Text. Was für die Beteiligten einleuchtend klingen mag, ist nichts weiter als der Selbstmord der Verlage.

 

Videos im Netz sind das Kommunikationsmittel der Zukunft. Darauf müssen nicht erst Studien hinweisen (die es trotzdem tun), dazu genügt ein Blick in das Jetzt. Kein Medium wird auf lange Sicht mehr unter der disruptiven Macht des Netzes leiden, als das Fernsehen. Was kommunikativ elitär war, ist heute Kulturtechnik eines Jedermanns. Wir drehen und senden, was das Zeug hält. Das zerstört: Berufsbilder, Industrien, Staatssysteme. Aber es schafft auch: Berufsbilder, Industrien, Staatssysteme.

 

Nun ließe sich trefflich darüber streiten, wer den Verlagen den vergifteten Dolch ins Schlafzimmer geschmuggelt hat – oder ob ARD und ZDF gar selbst ihre Friedenstaube mit einem Sprengstoffgürtel versehen haben. Doch darum geht es nicht mehr.

 

Für die Verlage fährt der Zug nun endgültig Richtung Nirgendwo. Anstatt klarer Grenzen im Feld der Berichterstattungen, sollten beide Seiten ihre Grundstücke zusammenlegen. Das gibt den Öffentlich-Rechtlichen die Chance, ihrem Versorgungsauftrag nachzukommen. Und den Verlagen die Möglichkeit, am nächsten Güterbahnhof auszusteigen.

Das Internet kennt keine Grenzen. Auch das sollte allen Beteiligten mittlerweile einleuchten.

 

 

6 Kommentare

  1. Ich bin einigermaßen erstaunt, was die Verlage da mitmachen.

  2. Heinrich Seeger

    Welten werden zerstört, Dolche in Schlafzimmer geschmuggelt, Züge fahren zum Nirgendwo und Grenzen gibt es, klar, auch nicht mehr: Ob Wahrheit und Erkenntnis drinstecken, lässt sich bei solchem Schwurbelschnack kaum feststellen.

  3. Dass Video DAS alleinige Kommunikationsmedium der Zukunft ist, bezweifle ich. So wunderbar die entstandene Vielfalt auch ist, so bleibt doch ein wesentlicher Unterschied zum Text: Film, Video und Podcast zwingen den Usern ihre Eigenzeit auf - man kann nicht eben mal das Wichtigste “scannen” und den Inhalt auf die Schnelle erfassen wie bei einem Artikel.Videos, die man sich erst ansehen muss, um zu wissen, um was genau es eigentlich geht, schauen sich viele, die es eilig haben, gar nicht erst an. Ich denke also, Text wird NICHT verschwinden - und jeder, der Videos bringt, tut gut daran, eine kurze Inhaltszusammenfassung in Textform dazu zu stellen.

  4. florian_schmitt

    Ich bezweifle stark, dass Textinhalte kurz- oder mittelfristig durch Videos abgelöst werden oder sich Videos zum “Kommunikationsmittel der Zukunft” entwickeln.Aufwand, Umfang, Accessibility… in zu vielen Punkten hat Text Vorteile gegenüber Ton oder Bild. Deshalb wird sich am Verhältnis Text : Video im Inet wohl nicht so schnell wesentlich etwas ändern.

  5. Solange ich hier meinen Kommentar noch in textform eingeben muss und nicht als Video hochladen kann isses wohl noch nicht ganz so weit wie oben beschrieben.

  6. Wieso “mitmachen”? Es sind doch die Verlage selbst, die diese irre Definition “Text im Internet = Presse” eingeführt haben und die Rundfunkanstalten mit allen Mitteln zwingen wollen, auf Texte im Netz zu verzichen.

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