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Boxee, das Apple TV und Google TV für zwischendurch

Google TV scheint vor dem Marktstart zu scheitern, und bei Apple scheiden sich sowieso die Geister. Wer aber auf multimediales Vergnügen im Wohnzimmer nicht verzichten oder nicht bis Ende des Jahres warten will, der kann schon jetzt sein Internet-Heimkino aufsetzen. Eines der spannendsten Projekte dazu ist Boxee. Die Software verwandelt nahezu jedes neuzeitliche Computersystem in einen HTPC, also eine Multimedia-Abspielstation für gepflegte Filmabende.

Boxee ist nicht neu, seit Januar in der Betaphase und zunehmend stabiler. Boxee basiert auf dem bekannten XBMC, einer Multimedia-Oberfläche für die damals leicht zu knackenden Xboxen (Version 1!!!!) von Microsoft. Wie Boxee funktioniert? Den Beta-Client auf das eigene System (OSX, Windows, Linux) ziehen, installieren und ruckzuck konfigurieren. Nach wenigen Handgriffen hat die Oberfläche Zugriff auf Heimnetzwerk, samt Netz und Festplatten mit den hoffentlich legal erstellten Sicherheitskopien der eigenen Filmsammlung, egal ob als Divx, mp4 oder mkv. Zusätzlich können Fotos und digitale Musikwerke angesteuert werden.

Das Herzstück ist aber die Netzanbindung: Ob YouTube oder Revision3 (DiggNation) - Boxee bringt unkompliziert einen großen Schwung Webvideo auf den TV. Die Herangehensweise ähnelt Apples TV-Vorstoß: Für gewisse Seiten oder Serien (z.B. The Guild) gibt es eigens erstellte Apps, die das mehr oder weniger entspannte Navigieren ermöglichen sollen.

Achja, die liebe Navigation: Die stetige Couchflucht zum Dateienwechseln entfällt. Neben der originalen Apple-Remote werden Logitechs Harmonys unterstützt. Und wer ganz mondän sein will, der installiert sich die kostenlose iPhone-App "Boxee Remote". Damit kann das Mediacenter bequem vom iPhone und iPad ferngesteuert werden. Für die Techniker: Boxee nutzt über WLAN das Subnetz des Abspiel-PCs für Befehlsspielereien.

Boxee selbst bezeichnet sich als "social" media center. Denn für Twitter, Tumblr, Flickr und Co. gibt es eigene Apps. Der integrierte Webbrowser ist leider mehr Spielerei denn ausgereift.

Kleine Warnung an alle Mac-User: Unbedingt das 10.6.4-Update installieren, sonst sorgt Boxee für Abstürze am Fließband.

Ist Boxee nun eine Alternative zu den TV-Ansprüchen Googles und Apples?

Jein.

DRM-geschütztes Material hat bei Boxee keine Chance, ebenso zeigt Hulu den Entwicklern die kalte Schulter. Die bald in den USA erhältliche spezielle Set-Top-Box für Boxee (von Dlink) ist leider noch nicht für Europa angedacht.

Wer mit diesen Einschränkungen leben kann, der sollte seinen Drittrechner entstauben und mit Boxee beglücken. Zumindest als kleine Vorschau auf das, was uns Ende des Jahres erwarten könnte.

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