Blumenkübel - oder wie alles anfing
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Was war das für ein Spaß: Ein Blumenkübel erobert die Netzwelt. Nachdem wir nun genug gelacht haben, geht es ans Aufarbeiten dieses Witze-Traumas. Christian Jakubetz hat zum Thema "Lokaljournalismus" die richtigen Worte gefunden. Und als ich diese las, musste ich an meine ersten Gehversuche als Schreiberling zurückdenken. Deswegen, nur heute, hier und jetzt: Ein paar zufällig gefundene Beispiele der unschönsten, ländlich-typischsten (veröffentlichten) Print-Versuche aus meiner Feder.
Alle Artikel erschienen in der Westfalenpost lange vor meinem Volontariat :) (Rechte an den Texten liegen bei mir. Man weiß ja nie wofür...)
"Faszinierende Präzision" (09.10.2001)
Neheim. Seit nunmehr vier Jahren gibt es das Ladengeschäft des Uhrmachers Heinz-Josef Kloke auf der Mendener Straße in Neheim. Seit dem 3. Oktober bietet er seinen Kunden einen ganz besonderen Augen- und Ohrenschmaus: Eine historische Turmuhr aus der Neapolitanischen Zeit. Die Uhr samt Stellwerk und Glocke ist eigentlich schon Blickfang genug, dennoch steht sie direkt neben der Eingangstür.
Das Alter des Uhrwerkes beziffert Kloke auf ungefähr 200 bis 250 Jahre. "Faszinierend ist die Präzision, mit der die Uhr hergestellt wurde. Die Uhrmacher im 18. und 19. Jahrhundert hatten noch längst nicht die Möglichkeiten wie wir heute", erzählt der mittlerweile seit über 30 Jahren tätige Uhrmacher. Die Bauweise des Uhrwerks "comtoise" weist auf den französischen Ursprung hin. Eine weitere Besonderheit ist der Stundenschlag, der sich nach ungefähr vier Minuten wiederholt. "Dies sollte den einfachen Leuten ohne eigene Uhr nochmals die korrekte Zeit geben", erklärt Kloke.
Das Wissen um die historischen Uhren hat sich Heinz-Josef Kloke neben dem Selbststudium auf einem speziellen Lehrgang angeeignet. Auf dem Schloss Raesfeld bei Borken erhielt er das Zertifikat des Fachkreises für historische Uhren, zu dem Kloke auch selbst angehört. Nach eigener Aussage ist er der einzige im Sauerland mit einer solchen Qualifikation. Kloke bietet seitdem Reparaturen und Restaurationen historischer Uhren an, die Kundschaft kommt dafür sogar aus dem weiteren Umkreis, z.B. aus Gerolstein.
Zusammen mit Sohn David, der eine Lehre zum Werkzeugmacher bei Marx & Mürköster absolviert, hat er die Turmuhr wieder zu neuem Leben gebracht. "Bedanken möchte ich mich auch bei der Firma Brüggemann für ihre Unterstützung und bei Paul Stracke für das hölzerne Stellwerk", merkt Kloke an. Erheblichen Anteil hatte auch die neue, aus Bronze gegossene Glocke. Die Uhr hat schon jetzt einen Wert von über 20000 Mark. Ihren nächsten Auftritt hat die Uhr nächstes Jahr in Freienohl. Dort wird sie im Rahmen der 35-jährigen Partnerschaft zur französischen Stadt Cousolre zu sehen sein.
Wo jede Note lebt (03.02.2003)
Neheim. (mh) Pianist Frank Muschalle und sein Trio-Team mit Daniel Gugolz (Bass) und Peter Müller (Drums) begeisterten jetzt mit eingängigem Boogie Woogie etwa 50 Jazzfreunde im Neheimer Nachtcafe. Ganz ohne Gesang und Bühnenshow arbeitete sich das Muschalle-Trio Stück für Stück ins Bewusstsein der Zuhörer. Besonders Frank Muschalle, trotz seines jungen Alters schon ein gefragter Boogie-Pianist, überzeugte mit seinem Spiel. Gern bewegt er sich mit seiner rechten Hand in filigranen Tonhöhen auf dem Piano - plötzlich springt er unerwartet in fließende Läufe um und erweckt so jede einzelne Note der Jazzstücke zum Leben. Technisch perfekt und melodisch herausragend präsentierte sich das Muschalle-Trio an diesem Abend - die Gäste des Jazz-Clubs dankten es mit langem und anerkennendem Beifall. Aus Betonpfeiler wird ein Baum (02.10.2002)
Holzen. (mh) Die Kinder der Lüerwald-Grundschule in Holzen können sich sogar auf verregnete Herbsttage freuen. Noch vor einem halben Jahr mussten sie in die dunkle, graue Pausenhalle. Diese Zeiten sind aber seit Ende der Sommerferien vorbei. Heute erstrahlt die frisch gestrichene Pausenhalle in neuem Glanz. Ein paar grüne Pflanzen, an den Wänden wurde ein echter, brauner Gartenzaun angebracht - das ist aber noch nicht alles. Hinter dem angeklebten Gartenzaun winken gemalte Kinder des Künstlers Berger aus Warstein den Grundschülern zu. Ein mitten im Raum stehender Betonpfeiler wurde kurzerhand zu einem Baum umgestaltet - umgeben von einer Sitzgruppe. Die neue Pausenhalle ist dem Förderverein der Schule zu verdanken. "Zusammengerechnet haben wir mehr als 200 Stunden Arbeit in die Renovierung gesteckt", erläutert Stefan Schlotmann, 1. Vorsitzender des Fördervereins. Sein besonderer Dank gilt deswegen neben den Materialspendern den Vereinsmitgliedern. "Ohne die tatkräftige Hilfe der zahlreichen Helfer hätten wir das nie hinbekommen", erklärt Schlotmann.Die neue Pausenhalle bietet den Kindern auch bei schlechtem Wetter "grüne" Entspannung zwischen den Schulstunden.
