Ich mag diesen Laden und seine Neuinkarnation am Limbecker Platz. Gute Cocktails und der beste Service, den ich in Deutschland je angetroffen habe. Und nein, als Stefan Nitzsche und ich das Video erdacht, gedreht und geschnitten haben, wechselte kein müder Euro die Westentasche. Stattdessen, und hier glaube ich beruhigt in Stefans Namen schreiben zu dürfen, lag uns die Sache am Herzen. Gute Sachen sollte man unterstützen.
Gedreht übrigens mit einer Canon 5D, einer 7D mit diversen Objektiven, der Ton kam per Handmikro über das Zoom H4N auf die Speicherkarte. Geschnitten in Adobe CS3 CS4 auf dem Mac. Es war kein ganzer leichter Dreh: Wir haben die Aufnahmen während der Neu-Eröffnung des Faces 2 gemacht. Mitten im Launch-Trubel.
Audio-Slideshow meets Video: Und dazu auch noch in s/w. Unterwegs mit einem Leverkusener Privatdetektiv. Schwierig zu drehen (alles geheim!) und zu erzählen. Bietet sich genau für diese Zwecke die Stil-Mischung an?
Hier geht's zum Video von Daniel Elke.
(Disclosure: Ich bin als Video-Berater für die Rheinische Post tätig.)
Ich mag's spontan. Auch das Arbeiten. Vielleicht hat mir deswegen die kurzfristige Reise nach Koblenz so gut gefallen. Warum es dort ging? Ein gewisser "Internet-Blogger" durfte einen Tag bei der dortigen Rhein Zeitung den Blattmacher geben. Während das Lobo-Experiment vor sich hin brutzelte, wurde ich landverschickt. Einen Tag durch Koblenz und das Umland reisen, Eindrücke sammeln und diese in meine Videokamera bannen.
(Fast) jeder Filmprofi wird jetzt aufschreien: Aber die Aktion lief herrlich ungeplant. Es gab schlicht und ergreifend nur einen Mini-Drehplan. Der übrigens exakt 20 Minuten Bestand hatte und Dank des Wetterumschwungs im nächsten Papierkorb landete. Also auf altgediente Tugenden zurückgreifen und in die VJ-Trickkiste greifen: Augen und Ohren offenhalten, Menschen in Gespräche verwickeln und möglichst freundlich dreinschauen.
Herausgekommen sind dabei zwei kleine Werke:
Das lange Stück ist ein Kompott aus Bildern, Interview-Schnipseln und schön-schmalziger Musik und zeigt eine Handvoll Ecken in und um Koblenz. Das zweite, um Mitternacht eingefangene und geschnittene Video, ist in der Altstadt entstanden.(Danke ans "Schiffchen"!)
Wie bei den meisten meiner Werke polarisieren diese: Die eine Seite findet es "wunderschön" und stöbert im Google-Kalender nach einem freien Wochenende für einen Koblenz-Trip. Die andere Seite hält das Video für "handwerklich grausam" und eines professionellen Image-Filmes für unwürdig.
Nun, ich bin froh, dass es keine Image-Filme geworden sind.
Klare Zielsetzung von Sascha und mir war: Das Gefühl der Menschen zu ihrer Heimat in kurzer Zeit mit einfachen Mitteln ins Netz zu bringen. Zumindest das, so hoffe ich, ist erreicht. Menschen von nebenan, aus dem Alltag gerissen, spontan vor die Kamera gestellt, und ehrlich antworten lassen - darunter verstehe ich Authentizität. Und eine Grundvoraussetzung für ein inhaltlich getriebenes Webvideo.
Für die Technik-Interessierten: Gedreht habe ich mit einer Canon 7D. Als Immerdrauf musste das Sigma 18-50 2.8 herhalten. Ausreichend Lichtstärke auch für den nur von einer Kerze beleuchteten Weinkeller an der Mosel. Als Mikrofon durfte sich ein günstiges Rode VideoMic bereithalten. Aufgrund des AGC in der 7D keine optimale Lösung. Aber der Ton ist durchaus zufriedenstellend, wenn auch an manchen Stellen etwas verrauscht. Statt Stativ kam ein Zacuto Tactical Shooter zum Einsatz. Etwas wackliger, aber auf einem Weinberg hätte mein Manfrotto keinerlei Chance gehabt. Schnell zusammengeschnitten wurden die Videos mit dem taufrischen Premiere CS5. Das native Verarbeiten von DSLR-Material ist, vorallem unter Zeitdruck, Gold wert.
Ich war dann mal im Dienste des Herrn Lobo in Koblenz. Die langen Ausführungen müssen bis zum Wochenende warten. Details zum gesamten Projekt bei Sascha, ein kleines Stück über meine Video-Arbeit am Mittelrhein bei der Rheinzeitung.
Mit Spannung habe ich den Relaunch von DerWesten erwartet. Spannung, weil ich mir viel erhofft hatte. Weil viele Dinge überholungsbedürftig waren. Spannung aber auch, weil die neue Chefredaktion den Relaunch vollmundig in der Branche ankündigen ließ. Leider entpuppt sich das neue Gesicht des Portals als misslungene Schönheits-OP.
Es gibt sie dort draußen: Gute journalistische Videos von kleinen und mittleren Nachrichtenseiten. Niemals perfekt, aber kaum mit mehr Aufwand als einem Tag produziert. Hier eine Auswahl an nicht so bekannten, aber interessanten Schwarzweiß-Webvideos.
Diese winzige Kamera ist ein kleines Wunderwerk: Dreht in HD auf SD-Karten und hat einen bombastischen Weitwinkel. Mehr Tests und Real-Life-Einsätze demnächst.
Das Original-Video ist in 4:3, ich habe es in der Post fix auf 16:9 gezogen. Tja, das Einstellen der Kameramodi ist nicht sooo einfach, wenn die Kamera an der Brust "festgetackert" ist. Sprich: Die Kamera war mittels Chest Mount an meinerselbst befestigt.
(Für meine Twitter-Follower: Der nette Herr im Video ist eben jener Afghane/Milchhändler in meiner Nachbarschaft, der auch zu spätester Stunde noch alle lebenswichtigen Hopfen- und Nikotin-Produkte feilbietet. Und zugleich der Käufer meines 19 Jahre alten Audi 80.)