Videopunk

Anarchy in Web-TV

04
Feb 2010

Eine Zukunft ohne Flip

In letzter Zeit ist es still an dieser Stelle um die Flip-Kameras geworden. Die Erklärung ist einfach: Bereits Ende des Jahres 2009 wurde das Projekt stillschweigend auf Eis gelegt.

 

Aus Kostensicht ist dieser Schritt nachvollziehbar: Schließlich kostete die Produktion (Dreh, Schnitt) eines Flip-Videos ca. 60 Euro. Aus Verlagssicht viel zu viel Geld für exklusives vermarktbares Bewegtbildmaterial. Auch die rund 40 mit Flip-Kameras ausgestatteten Redaktionen werden sich bedanken, wird das weithin überschätzte Thema "Webvideo" nun endlich an ihrer beruflichen Entwicklung vorbeigehen. Und wer sich in der regionalen Branche auskennt, wird zustimmen: Vierstellige Abrufzahlen für derlei Videos sind ohnehin viel zu wenig.

 

In diesem Sinne kann ich allen Beteiligten nur gratulieren: Während andere Verlagshäuser diesen unheilvollen Weg energisch beschreiten, besinnt man sich in Essen auf angestammte Zukunftsgeschäfte. Und nicht wenige Redakteure haben nun eine Flip für den nächsten Urlaubs-Trip in der Schublade. Da sag noch einer, Verlage verstünden es nicht ihre Mitarbeiter zu motivieren.

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02
Feb 2010

Der Wandel in der Interaktivität

Nichts weniger als die Körperhaltung galt bis dato vielen Video-Theoretikern als Unterscheidungsmerkmal zwischen Webvideos und Röhren-Sendungen. Diese Schwarz-Weiß-Welt war auch allzuschön: Auf der einen Seite die Couch-Potatoes, die genüßlich Heidi Klum beim Modelfinden angeifern, auf der anderen Seite der Kohlenhydrate-verseuchte YouTube-Nerd.

 

Mittlerweile gehört YouTube-Content zur Werksausstattung eines aktuellen Fernsehers und Portale wie Hulu bringen Serien und Filme auf den Netbook. Verschwimmt alles? War die Unterscheidung in lean-back und in lean-forward nur ein Hoax?

 

Schauen wir uns ein paar Zahlen an, wird schnell klar: Die als Hype abgespeiste "Interaktivität" ist elementar für die Rezeption eines Bewegtbildes. Die Erkenntnis ist nicht neu, gleichwohl wird an der Umsetzung gespart. Im Zeitalter der "Synergieeffekte" und des "Content-Sharings" wird zunehmend die Video-Kuh gemelkt, bis sie leer ist. Innovation sieht anders aus.

 

Es fehlt an mutigen Konzepten - und deren Umsetzung - mit dem Thema Bewegtbild Grenzen zu überschreiten. HBO hat vergangenes Jahr einen mutigen Schritt getan und mit viel Aufwand ein vollkommen nicht-lineares Video-Erlebnis auf den Monitor gebracht. Die weiter voranschreitende Verquickung von verschiedenen Content-Quellen wird diesen Ideenschwung weiter beschleunigen.

Übrigens, um den Text-Anfang wieder ins Spiel zu bringen, wird diese neue Interaktivität weitestgehend Medien-unabhängig sein. Eine spannende Rolle könnte das dieser Tage viel zu oft zitierte iPad bringen. Sollte es sich als Mainstream-Gadget durchsetzen, wird der Ruf der kritischen Masse nach neuen Storytelling-Methoden vielleicht erhört.

Der Bewegtbild-Markt ist soeben erst den Kinderschuhen entwachsen. In spätestens fünf Jahren wird niemand mehr darüber streiten, ob nun welches Format wann wie wo ausgespielt wird.

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29
Jan 2010

Kostenlos Hulu und Vevo gucken - so geht's (2)

Das Interesse am Workaround scheint (sagt zumindest Google Analytics) groß zu sein. Deswegen hier noch ein paar Kniffe:

 

Über Greasemonkey für Firefox gibt es ein Script, welches die lästigen HotSpot Shield Ads verbannt. Prädikat: Nützlich.

 

Leider läuft HotSpot Shield nicht bei jedem, und auch nicht jeder ist mit der Geschwindigkeit zufrieden. Eine Alternative ist das Erwerben eines VPN-Zugangs in den Staaten, z.B. HideMyNet.com - mit 5 Dollar ein vertretbarer Paid-Workaround.

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27
Jan 2010

/goodbye @DerWesten

Heute war es dann soweit. Mein letzter Bürotag @WAZens an der Sachsenstraße. Drei Jahre Online, sechs Jahre Zeitung, zahlreiche liebgewonnene Kollegen und wertgeschätzte Intim-Feinde.

 

Ersteren danke ich für die wunderbare Arbeitsatmosphäre, das unaufhörliche Voneinanderlernen und das gemeinsame Wachsen, die täglichen Ups und Downs und vorallem das Ertragen eines manchmal nicht einfachen Videopunks. Letzteren nur so viel: Man sieht sich immer zweimal im Berufsleben.

 

Die nächsten zwei Monate wird es turbulent weitergehen, ein Wandeln zwischen Resturlaub und Dem-Leben-Danach.

 

"The past is of no importance. The present is of no importance. It is with the future that we have to deal. For the past is what man should not have been. The present is what man ought not to be. The future is what artists are." Oscar Wilde

 

 

 

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25
Jan 2010

Die Sache mit den integrierten Webvideos

Noch ist nicht alle Hoffnung verloren! Monatelang herrschte Stillstand im Webvideo-Sektor. Neue Formate waren Mangelware, neue multimediale Erzählformen mussten mit der Lupe gesucht werden. Das wird sich hoffentlich bald ändern.

 

Wie ich zu der Vermutung komme?

 

Vergangene Woche war ich Referent bei ver.di in Berlin. Natürlich ging es um Webvideo, natürlich sind die Probleme einer großen Gewerkschaft ähnlich groß wie bei Verlagshäusern. Darum soll es hier aber nicht gehen. Spannend war vielmehr, was die übrigen Referenten - ohne Absprache - auf den Punkt brachten. Eine Erkenntnis, die immer schon da war, aber kaum konsequent umgesetzt wird.

 

Webvideos leben vom kontextualen Umfeld

 

"Der Nutzer sucht nach Inhalten, nicht nach Medien", verdeutlichte Stefan Raue, stellvertretender Ressortleiter Innenpolitik (ZDF) den Gedanken. Die Ergänzung von Textberichten mit Bewegtbild werde stetig zunehmen. Übrigens auch ein Trend, den sich die Öffentlich-Rechtlichen, allen Kritikern zum Trotz, nicht verweigern könnten. Hier liegt noch genügend Sprengstoff für hitzige Debatten.

85 Prozent über Kontext

Reden sind schön, Argumente besser. Vorallem wenn sie mit Zahlen untermauert werden. Rainer Zugehör, Geschäftsführer des Video-Services movingimage24 konnte und wollte keine konkreten Daten nennen. Nur so viel: Spiegel Online (ein movingimage24-Kunde) generiere nur einen geringen Prozent seiner Videoabrufe über den Video-Bereich des Portals. Der Großteil Prozent würde über "integrierte Videos" in Artikeln geholt.

Auch wenn die Zahlen vernichtend für den Video-Bereich eines News-Portals klingen mögen: Vielen Nutzern dient die Video-Sektion weiterhin als Tor zu Video-Welt. Der Nutzen würde aber weitestgehend überschätzt, zu viele Ressourcen dafür aufgebraucht.

Was bedeutet....

 

.... dass Video-Portale wie YouTube oder Mediatheken eine gewisse Klientel bedienen. "Die sind aber im Gesamtvolumen zu vernachlässigen. Das Gros der Abrufe wird über die eigenen Seiten und Kontexte generiert", sagte Zugehör.

Der Weg stimmt

Auch wenn in diesen Sätzen und Zahlen Hoffnung liegt: Noch sind wir nicht am Ziel angekommen - falls wir es jemals sein werden. Noch werden sinnpassende Video-Beiträge den Texten zugeordnet. Für die Masse des Contents wird das kurzfristig so bleiben. Allerdings wird sich das Vermischen von Medien im Netz weiter beschleunigen.

Die Chance

Die wahre Chance, und damit meine Hoffnung liegt im sinnvollen Verknüpfen von Bewegtbild und anderen Darstellungsformen. Video-Schnipsel, die einen Reportage zum Leben erwecken. Animationen, die den Sachtext verständlicher machen. Diese sinnvolle Kombination aus Bewegtbild und Content ist allerdings noch Mangelware. Noch. Oder?

 

Nachtrag:

Korrektur: Spiegel Online ist kein Kunde von movingimage24.

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18
Jan 2010

Guck-Tipps (1)

Gelangweilt vom deutschen Trash-TV? Für Lost gibt es noch nix im P2P? Der DVD-Player streikt? Dann einfach ins Web gucken.

 

Riese

Hier dreht sich alles ums große Thema "Steampunk".

Riese the Series

On YouTube

 

Acting School Academy

DSDS in gestellt und in Hollywood mit gescheiterten Darstellern.

Acting School Academy

On YouTube

 

Nostalgia Critic

Kindheits- und Jugenderinnerungen mit den Augen eines Erwachsenen betrachtet. Achtung: Mythos-Zerstörung!

Nostalgia Critic

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17
Jan 2010

Für die letzten Winterabende

Der Schnee wird vom Regen abgelöst, in meiner Wohnung ist es trotz defekter Heizung nicht mehr kalt und mein weißer Anzug kommt nächste Woche aus der Reinigung. Der Winter geht. Genießen wir die dunklen Tage mit etwas melancholischer Musik.

 

Dredg - Pariah

 

Twilight Singers - Teenage Wristband

 

Editors - You don't know love

 

Element of Crime - Wenn der Winter kommt

 

White Lies - to Lose my life

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17
Jan 2010

Backe backe Kuchen, die Verlage haben gerufen

Nun streiten sich die Verlage mit Google vor dem Bundeskartellamt. Irgendwie süß, dieses argumentationslose Flennen ehemaliger Informations-Oligopolisten.

Deutsche Verlage, in diesem Fall hoheitlich durch VDZ und BDZV vertreten, wollen etwas vom Googleschen Werbekuchen abhaben. Noch mehr: Sie wollen wissen, wie Googles Suchmaschinenmechanismus funktioniert.

Ein Gegenvorschlag an die Sandkasten-Fraktion aus Berlin: Legt doch bitte ebenso eure Geschäftsmodelle offen. Wie bitte? Print will nicht so und Online - nunja - da wird noch gesucht? Und die Plastikförmchen gehören ohnehin euch?

Statt neue Kuchen-Förmchen zu entwickeln, wird eifrig auf den Jungen am Sandkasten-Rand geschimpft. Dabei macht der Nachbarsjunge nichts anderes, als seinen Freunden von den tollen Sandkuchen zu erzählen. Für den einen oder anderen Tipp lässt er sich gern zum Schokoeis einladen.

Weil das Spielen mit Förmchen auf Dauer hungrig macht, wollen die Content-Bäcker mitschlecken. Denn immer weniger Betrachter der Sandkuchen sind bereit, für die zunehmend lieblosen Kreationen eine Eintrittsgebühr zu verlangen. Konsequenz: Die Sandkuchen-Fraktion versucht, den Nachbarsjungen mittels Harke, Spaten und fliegenden Kieselsteinen zum christlichen Teilen zu überreden.

Doch das, liebe Verlage, gehört sich nicht. Weder dort draußen an der Spree, noch im heimischen Sandkasten. Das zeugt nicht nur von schlechter Erziehung. Es ist vorallem kindisch.

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15
Jan 2010

Kostenlos Hulu und Vevo gucken - so geht's

Der Traum eines jeden Serienjunkies: Hulu, die US-Videoseite beherbergt ein riesiges Archiv an Video-Klassikern und stellt aktuelle Serienhits zum HD-Vergnügen bereit, wenn auch nur für einen befristeten Zeitraum. Vevo soll das MTV der Internet-Zeit sein. Doch wir Germanen schauen auf einen schwarzen Bildschirm: Für Nicht-USler ist der Video-Genuss aus Lizenzgründen gesperrt.

 

Wie es dennoch geht?

Die kostenlose Software Hotspot Shield installieren, im Browser diesen Software-Proxy anschmeissen und schon wird vorgegaukelt, man surfe vom amerikanischen Sofa.

Aber Achtung: Die vermeintliche Gratis-Software schiebt gern Werbetafeln ins Surfvergnügen. Und regelmäßig taucht eine gesponsorte Startseite auf. Dies alles aber nur, wenn die Software aktiviert ist. Den digitalen Besuch der Sparkasse würde ich demnach nicht damit unternehmen.

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15
Jan 2010

Star Wars: Uncut

Unter dem Titel Star Wars: Uncut werden über Vimeo sämtliche Szenen des Filmes von Usern nachgespielt - Stück für Stück, Shot für Shot. Und: Das Projekt ist zu 98 Prozent fertig. Freuen wir uns also auf einen baldigen Popcorn-Abend mit Luke, Darth und Co.

 

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