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Bewegtbild: Warum Content weiterhin King ist
Die technische Qualität hängt besonders stark vom Inhalt eines Videos ab. Zumindest, wenn es um die subjektive Beurteilung durch Zuschauer geht. Diese Aussage, gern mit "Content is king" tituliert, wurde nun durch eine wissenschaftliche Studie in den USA belegt. Eine Erkenntnis in der Studie ist neu: Je interessanter der Videoinhalt für den Zuschauer ist, desto weniger technische Fehler werden wahrgenommen. Bis dato nahm man an, dass hochwertiger Inhalt den Zuschauer kleine technische Unzulänglichkeiten im Video verzeihen lässt.
Studienaufbau
Für die Studie richteten Philip Kortum (Rice University, Texas) und Marc Sullivan (AT&T Labs, Texas) verschiedene Untersuchungsgruppen ein. Die Probanden hatten, je nach Gruppe, aus einer unterschiedlichen Anzahl von Filmausschnitten ihre Favoriten zu wählen. Diese wurden dann als Gesamt-Clip den einzelnen Teilnehmern vorgeführt. Um die Qualitätsunterschiede abzufragen, wurden die Ausschnitte in etlichen Qualitätsstufen, ausgedrückt in Bitraten, angeboten. Für die Probanden ergab sich somit ein optisch sehr unterschiedliches Bild: Von nahezu perfekter DVD-Qualität bis zu sichtbarer Artefaktbildung und Nachziehfehlern.
Im Gegensatz zu ähnlichen Studien aus der Vergangenheit, wurde den Probanden ein differenzierter Fragenkatalog vorgelegt. Damit sollte der Aufmerksamkeitsfokus von der Grundfrage nach der "Videoqualität" abgelenkt werden. Abgefragt wurde unter anderem auch, wie den jeweiligen Personen der Clip insgesamt gefällt.
Fehler werden übersehen
Das Ergebnis, wie eingangs beschrieben, ist deutlich: Je höher die Probanden den Clip in ihrer Geschmacks-Hitliste einsortiert hatten, desto besser wurde die technische Qualität beurteilt. Unabhängig von der objektiven technischen Qualität bildeten sie sich ein subjektives Urteil und übersahen selbst offensichtliche technische Qualitätsunterschiede, z.B. DVD-Qualität vs. ISDN-Qualität.
Welche Qualität muss sein
Laut den Autoren lässt sich mit der Studie vorallem eine bis dato nicht zu beantwortende Frage angehen: Welche (technische) Qualität reicht meinem Video-Nutzer aus.
Bezogen auf die Studie lässt sich erkennen, dass bei favorisiertem Inhalt in US-Haushalten der NTSC-Standard vollkommen ausreichend ist. Je kleiner der Bildschirm wird, desto eher tritt die technische Qualität in den Hintergrund.
Schlüsselbegriff: Engagement
Als Erklärung für diese Effekte führen die Autoren das "Engagement", sprich: die "Bindung" an das Video an. Diese entscheide ab einem gewissen Punkt, ob technische Mängel überhaupt in die subjektive Beurteilung aufgenommen werden.
Die Studie gibt es (leider nur käuflich) hier.