WM-Video-Reisebericht aus Südafrika: Fußball, Pistolen und Strandidylle

Ich war dann mal kurz mit MTV-Moderator Nils "Franz van Almsick" in Südafrika. Was wir dort erlebt haben, gibt's hier bei MTV zu sehen. (Ab ca.Minute 4:02)

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Na gut, wir waren vergangenes Wochenende nur in Hamburg für Kavkas WM Camp unterwegs, und Menschen ohne Sinn für Humor und/oder Satire sollten besser nicht reinklicken.

Gedreht übrigens diesmal nicht mit der Canon 7D, sondern mit der guten alten Panasonic HPX.

medienforum.nrw: Wenn alternde Herren schwadronieren

Schwindende Zuschauerzahlen, herbe Verluste bei den jungen Zuschauern, Relevanzverlust auf breiter Basis. Eine Diskussion um das große Feld der TV-Nachrichten ist nötiger denn je. Oder auch nicht, wenn man zu Deutschlands News-Elite gehört.

Zum vierten Mal in Folge hat es mich zum medienforum.nrw verschlagen. Obwohl der inhaltliche Wert von Jahr zu Jahr zunehmend nachgelassen hatte, wollte ich die Hoffnung nicht aufgeben. Irgendwann - ja irgendwann - müsste doch auch dieses große Branchentreffen die Zeichen der Zeit erkennen.

Doch statt ehrlicher Diskussionen gab es erneut nur geistiges Butterbrot ohne Kruste.

"Wie sich TV-Nachrichten verändern müssen", darüber diskutierten Kai Gniffke (ARD aktuell), Christoph Lanz (DW-TV), Hans Demmel (n-tv) und Moderator Jürgen Hein (dpa). Katharina Borchert (SpOn) und Deborah Rayner (CNN) hatten kurzfristig abgesagt.

"Auch im Internet können News nicht neu erfunden werden."

Christoph Lanz

Eine Aussage, die so ziemlich die gesamte Diskussion auf den Punkt bringt. Die Tagesschau sei immer noch das Relevanz-Nachrichtenformat schlechthin, schließlich genüge dies den "Wikipedianern" als hinreichende Quelle, sagte Gniffke. Und dass n-tv bei Winnenden keine gute Figur gemacht hatte, quittierte Demmel mit der Aussage, man habe ja schließlich intern über die eine oder andere unglückliche Sache diskutiert.

Und dann war da noch das Internet. Wobei der Begriff "online" erst geschlagene 30 Minuten nach Diskussionsbeginn am Rande fiel. Kanäle wie Facebook und Twitter zu bedienen sei wichtig, aber nicht zu überschätzen, lautete das einhellige Credo der News-Macher. Um nochmal Kai Gniffke eine Aussage zu gönnen: Die Tagesschau sei weiterhin für alle und jeden da, und das werde sich auch nicht so schnell ändern.

Und eine Spontan-Umfrage schien im Recht zu geben: Nur eine Handvoll der mehreren Dutzend anwesenden Gäste im Vortragsraum hielten die Tagesschau für überholt. (Disclaimer: Ich gehörte dazu)

Auch auf Nachfrage aus dem Publikum konnte sich keiner der Diskutanten zu einem Liebesbekenntnis zum Internet überreden lassen. Dass offensichtliche Rechtschreibfehler im n-tv-Laufband auch nach Stunden fröhlich über die Mattscheibe flirren, sei nunmal menschlich. Und die sich sonst nicht freundlich gesinnten Öffentlich-Rechtlichen springen mit diesem Argument dem Privatfernsehen bei. Christoph Lanz: "Das kann jedem passieren. Und es passiert auch anderen, z.B. bei den Print-Titeln." Wenn mein Zahnarzt derartig sorgfältig arbeiten würde, könnte er sich bald einen Job als Bratwurstwender in Bochum suchen. Und falls es sich in TV-Kreisen noch nicht rumgesprochen hat: Menschen sollen durchaus angetan von Entschuldigungen sein. In diesem "durchaus wichtigen Internet" wird das manchmal praktiziert.

"n-tv macht durchaus brauchbare Nachrichten."

Kai Gniffke

Nun sollte man nicht zu sehr auf n-tv schimpfen. Im Vergleich zu der privaten Konkurrenz machen sie wirklich brauchbare Nachrichten. Und trotz aller Unkenrufe sind die die öffentlich-rechtlichen Nachrichtenangebote das Nonplusultra im deutschen Fernsehen.

Was mich so tief erschüttert hat, ist die naive Arroganz der Anwesenden Fernseh-Elite. Viel ändern müsse man bei den TV-News nicht, meinte Demmel. Sonst würden er und seine Kollegen nicht auf dem Podium sitzen. Denn schlechte Nachrichtenmacher wären längst ihren Job los. Eine bestechende Logik, die nur allzu arg an die verzweifelten Selbstbetrugs-Reden deutscher Verlage erinnert.

Gegen Ende der Diskussion fiel dann ein weiteres, bis dato nicht gehörtes Buzzword: Authentizität. Man müsse die Zuschauer "abholen". Achja, und iPad. Mehr als ein paar Standard-Sätze waren diese Buzzwords aber nicht wert.

Was bleibt, ist das Fehlen einer auch nur an der Oberfläche kratzenden Diskussion um Inhalte und neue Darstellungsformen von Bewegtbild-Nachrichten. Kein Wort zur unmittelbaren Teilnahme der Zuschauer an der Newsproduktion (von Kommentaren bei Facebook abgesehen), kein Wort zur sterbenden Gatekeeper-Funktion, kein Wort der Innovation, des Experimentierens oder die Einsicht, dass das Fernsehen vor ebenso großen Problemen steht wie Zeitungs-Verlage.

Aber damit muss man sich als Deutschlands News-Elite auch nicht beschäftigen. Vom Elfenbeinturm ist die Aussicht noch am Schönsten.

Mitschnitt von Nacht der Museen TV in Düsseldorf

Auf Wunsch vieler vieler Kollegen und Webseher gibt es an dieser Stelle einen knapp 90-minütigen Ausschnitt vom Livestream der Nacht der Museen im NRW Forum Düsseldorf.

Der Ton ist leider bei der Umrechnung auf Vimeo unsynchron geworden. Ich hoffe, es gefällt trotzdem. Auch wenn es direkt bei der ersten Außenschalte etwas hakt :)

Zur Erinnerung: Mein Fazit zum Projekt

Kiffen mit der Vuvuzela

Nachgereichter Link: In der 2. Folge von "Kavkas WM Camp" auf MTV war ich mit GameOne-Moderator Nils in der Hamburger City unterwegs. Als glühende Verfechter des Vuvuzela-tums beweisen wir: Dieses Musikinstrument ist ein Segen für die Menschheit!

http://www.mtv.de/videos/21560447-kavkas-wm-camp-folge-2.html

(Zum Vuvuzela-Clip geht es ab Minute 5:57)

Gedreht mal wieder mit der Canon 7D.

Mein Fazit zum Videocamp

Das Videocamp 2010 ist Geschichte. Aber wie erzählen wir diese? Wie antworten wir auf die Frage, ob sie es wert ist: Erzählt, nachgeahmt, fortgesetzt zu werden.

"Without people pushing against your quest to do something worth talking about, it's unlikely it would be worth the journey."
Seth Godin (The forces of mediocrity)

Die Medienbranche steht vor der größten Herausforderung ihres Daseins. Sie muss sich neu erfinden, radikal mit dem Bestehenden brechen und das Kommende mit offenen Armen empfangen. Aber es fällt ihr schwer, loszulassen, aufzustehen, die Chance zu ergreifen. Auf der Strecke bleiben im ersten Augenblick die überkommenen Strukturen, doch der Schmerz sitzt tiefer. Wenn das System versagt, sterben die Organe.

So prätentiös dies klingt: Das Videocamp, wie die übrigen Unkonferenzen an sich, versucht zu lindern und einen Ausweg zu bieten.

Das seltsame Gefühl

Nahezu 100 Teilnehmer, sowohl am Samstag als auch am Sonntag, ließen sich auf die Erfahrung Videocamp ein. Für viele der Teilnehmer war es das erste Barcamp. In ihren Augen blitzte diese Mischung aus Neugier und Skepsis, die jeder Erst-Camper erfahren hat.

Vielleicht ist es genau dieser Zustand, der das Videocamp ausgemacht hat.

Mehr als 30 Vorträge, Workshops und Diskussionsrunden kamen so zustande. Darunter spannende Diskussionen wie "Go und No-Gos bei Webvideos", welche innerhalb zwei Stunden versuchte, sich - wie schon beim 1. Videocamp - der Anarchie im Webvideo-Regelwerk zu nähern. Zu recht vergeblich, wie ich meine. Oder "Virtueller Rundfunk", welche das Thema Netzneutralität auf den Bereich Webvideo ausdehnt. Und sicherlich zu den wichtigsten Grundsatzthemen der kommenden Monate gehören wird.

Auch die Praxis kam nicht zu kurz: Vorallem das Videocamp-Schwerpunktthema "DSLR" nutzten einige Teilnehmer für Fragen, Beispielsichtungen und kritische Betrachtungen.

"Diversity and independence are important because the best collective decisions are the product of disagreement and contest, not consensus or compromise."
James Surowiecki (The Wisdom of Crowds)

Nicht Schwarz, nicht Weiß

Die erkenntnisreichsten Momente lieferten die kontroversesten Situationen. Immer dann, wenn Medienarten aufeinander prallten. Wenn der interdisziplinäre Meinungsaustausch zu kippen drohte. TV vs. Webvideo, Journalismus vs. Boulevard, Schwarz gegen Weiß.

Dabei zogen die Diskussionen ihre Kraft aus der Mischung der Teilnehmerherkunft. Anwesend waren Macher von TV - privat und öffentlich-rechtlich, Verlagen, Agenturen, Blogs, Fotografen, eben Vertreter aus dem breiten Spektrum der Medienbranche.

Doch blieb es immer fair. Was zum einen Teil an der persönlichen Note eines Barcamps liegen mag, als auch an der Tatsache, dass zwei Tage auf Augenhöhe diskutiert wurde.

Vom Wert

War es das Videocamp nun wert? Diese Frage lässt sich am Besten mit einem Blick in die Augen der Teilnehmer beantworten, als die letzte Session gehalten und die letzte Diskussion geführt worden ist. Die Skepsis ist verschwunden, aber die Neugier blitzt umso heller.

Und das sollte Antwort genug sein.

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Ich verweise an dieser Stelle auf das Fazit meines Videocamp-Mitstreiters Stefan Evertz, der vor, während und danach immer das Chaos zu kontrollieren wusste. Danke!

Es darf gedreht werden: Willkommen zum Videocamp

Startschuss zum 2. Deutschen Videocamp in Essen dieses Wochenende. Ich freue mich auf zwei inspirierende Tage im Unperfekthaus mit vielen bekannten und neuen Gesichtern aus der Welt des Bewegtbildes.

Wie zu erwarten hat dieser Tage König Fußball die Hosen an. Deswegen sind kurzfristig ein paar Plätze freigeworden. Wer also Interesse an kostenloser Fortbildung, Netzwerken und frischen Ideen hat, ist herzlich zum kurzfristigen Besuch eingeladen.

Derweil gibt es einen netten Vorbericht bei meinem Ex-Arbeitgeber DerWesten und drüben bei Jens im Pottblog.

P.S.: Man munkelt, am Sonntag könnte es spontane Besuche mit Diskussionsstoff geben, unter anderem von dieser Dame und diesem Herrn.

Kavkas Fußballtempel, eine Canon 7D und ganz viel Vuvuzela

Während der WM bin ich hin und wieder in Hamburg. Kleine MAZen für den Jugendsender-formerly-known-as-Musiksender MTV drehen. Eine wahre Herausforderung für mein frisch zusammengestelltes VJ-Set mit der Canon 7D.

Wobei: Irgendwie geht das schnelle Drehen mit der DSLR. Sorgen macht mir derzeit der Ton. Obwohl der Zoom H4N ein fantastisches Gerät ist, ist das Arbeiten unter VJ-Bedingungen damit ein Fluch. Während des Filmens ein zusätzliches Gerät bedienen, ok, das haut noch so hin. Aber beim Schnitt ist Geduld gefragt - ein Umstand, der unter Zeitdruck den Nikotinkonsum drastisch ansteigen lässt.

Was besonders ärgerlich ist: Das Synchronisieren des externen Sounds mit den Canon-Videoclips. Zwar gibt es für Premiere mittlerweile eine (Beta-)Version von PluralEyes, das überall angepriesene automatische Synchen der Clips funktioniert leider mäßig bis gar nicht. Und wenn, dann dauert die Automatik unverhältnismäßig lange. Meine Konsequenz: Ich synchronisiere wieder von Hand, das geht deutlich schneller.

Für den szenischen Einsatz, also von Werbeclip bis Doku-Film, mag PluralEyes hinhauen. Den Rechner über Nacht alle Clips durchackern zu lassen, ist bei derartigen Produktionen weniger ein Problem. Je aktueller der Dreh, desto nerviger wird es aber.

Ich bleibe am Ball und werde weiter am Workflow schrauben.

Achja: Markus Kavka ist tatsächlich sehr klein. Und Vuvuzelas gehen mir seit dem letzten Dreh (Sendung heute abend) gehörig auf die Familienjuwelen.

Mehr zu "Kavkas WM Camp"

Die erste Folge

Einfach, günstig - und praktikabel: Meine Canon 7D als VJ-Cam

Solange es nicht quick and dirty gehen muss, sind Video-DSLRs tolle Videokameras. Aber im stressigen VJ-Alltag ist mir eine Panasonic HPX oder sogar DVX noch lieber. Bis jetzt. Nach langem Experimentieren habe ich die für mich aktuell perfekte VJ-Combo gefunden.

Eine Canon 7D, ein lichtstarkes Immerdrauf (hier: Sigma 18-70 2.8), ein Zacuto Tactical Shooter, ein einfaches LED-Headlight (betrieben über einen Panasonic-Akku), ein LCDVF als Viewfinder. Der Ton kommt über das Zoom H4N und ein Standard-Reportermikro.

Weiterhin in der Kameratasche: Eine Sennheiser Funkstrecke und das eine oder andere lichtstarke Festbrennweiten-Objektiv.

Sicherlich keine Highclass-Ausstattung - aber der optimale Kompromiss aus Qualität, Kosten und vorallem Flexibilität bei Dreh-Terminen mit unvorhersehbaren Situationen.

Ich werde diese Combo die nächste Zeit ausgiebig testen. Und sicherlich an der einen oder anderen Stelle Optimierungen vornehmen.