Let's Videocamp - in Berlin

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Bereits zum zweiten Mal wird es ein Videocamp in Berlin geben. Wie schon 2011, laden wir - d.h. die European Web Video Academy - zum Gedankenaustausch, Vernetzen, Spaß-haben und überhaupt, zum Themen-Barcamp "Videocamp" ein. Ein Datum ist bereits gefunden: der 1. und 2. September 2012, passend zur IFA. Auch wenn es noch Zeit bis dahin ist: Schnell eine Übernachtung sichern, bevor die Preise wegen der Messe in Berlin explodieren.

Noch suchen wir eine Location - und freuen uns wie immer über zahlreiche Sponsoren, die das Videocamp unterstützen möchten. Interessenten melden sich bei Stefan Evertz oder direkt bei mir.

Damit ist das Videocamp in Berlin bereits das insgesamt 6. Videocamp in Deutschland. Was ein Videocamp ist, wie man sich anmeldet und generell alle Neuigkeiten gibt's weiterhin auf www.Videocamp.de.

 

Videopunk auf Reisen (2): TV-Zukunft in Leipzig

Bevor ich das vergesse und es irgendwann keine Karten mehr gibt: Zusammen mit einigen wirklich grandiosen Leuten diskutiere ich am 7. Juni in der Leipzig School of Media über diese Zukunft dieses Fernsehens. Komm mit ins Abenteuerland, der Eintritt kostet den Verstand. Der Eintritt ist kostenlos.

Aus der Beschreibung:

"Nichtlineares Fernsehen, IPTV, Apple TV, Hybrid-TV – Das Fernsehen ist in Bewegung und nicht nur Mediennutzer, auch Fachleute verlieren bei der schier unüberschaubaren Vielzahl an Kanälen, Sendern und Endgeräten den Überblick.

Was erwartet uns in Zukunft und wie werden wir morgen fernsehen? Welche Rolle spielen neue Endgeräte wie Smartphones und Tablets? Welche Chancen bieten sich für private Lokal- und Regionalveranstalter?"

YouTube wird 7 - und erwachsen?

Happy Birthday, YouTube! Unser aller größtes Videoportal wird sieben Jahre alt. Und verkündet nebenher, dass mittlerweile jede Minute 72 Stunden frisches Material auf die YT-Server gepumpt wird. Offen ist aber weiterhin, welchen Anteil professionelle Inhalte daran haben.

In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Stoßrichtung YouTubes geändert: Weg vom "Du bist der Star", hin zu "Auch du bist der Star". Nicht zuletzt mit dem Einkauf von Premium-Channels in den USA setzt YT auf eine Mischung. Denn wenn auch fast jeder Nutzer mittlerweile seine Videos monetarisieren kann - der Partnerstatus hat stark an Wertigkeit verloren - wird noch längst nicht jedes Video werbetauglich. Das Grundproblem von UGC bleibt: Nur weil 3000 Leute das verwackelte Video vom Neusser Schützenumzug sehen, ist dies noch kein attraktives Werbeumfeld.

Deswegen nun also der Sprung Richtung Profi-Content. Und auch in Deutschland wird uns das bevorstehen. Die Pitches für deutsche Premium-Formate sind gelaufen, noch dieses Jahr ist mit Webvideos aus den Produktionsstudios der üblichen Verdächtigen zu rechnen. Auch hier wird interessant sein, welchem YouTube-Star die Chance auf Professionalisierung gegeben wird - und welchen Anteil klassische TV-Macher am Premium-Content haben.

Klar ist: Die Einführung von eingekauften/geförderten Videoinhalten ist ein Angriff auf die bestehende Machtstruktur auf dem deutschen YouTube. Fast scheint es so, als wolle YT eine besser vermarktbare Alternative zu Y-Titty und Co. Nur, das hat die Vergangenheit gezeigt: TV-Macher sind gut im Erstellen von Bewegtbildinhalten, aber oft lausig im Aufbau und der Pflege des Publikums. Übrigens DER Erfolgsfaktor für gute Webvideos.

Der Kampf um YouTube und die Webvideokrone wird also nicht am Schnittplatz entschieden. Sondern auf YouTube selbst. Denn nicht du, oder auch du sind der Star - sondern wir alle. Und das wird sich auch in 70 Jahren nicht geändert haben.

So werden Sie YouTube-Star - ohne Geld-zurück-Garantie!

Immer wieder für ein Kopfschütteln gut: Erfolgs-Coach Wolfgang Rademacher. Mit seinen schwammigen Hauttipps reichte es beim Silbernen Sellerie 2012 für die Finalrunde. Mit diesem Video wird er praktischer: So werden Sie in kurzer Zeit zum YouTube-Star!

 

 

Und gleich zu Anfang lernen wir: "YouTube verzeichnet doppelt so viele Suchanfragen wie Google." Na denn. Viel Spaß beim Verarbeiten der hoffentlich erreichten Einsichten.

Zu dieser Zukunft dieses Fernsehens

Viel wird dieser Tage über die Zukunft des Fernsehens geschrieben und geredet. Allen voran "Social TV" - der Wandel im TV zum Dialogmedium - bestimmt die Diskussion. Doch alle liegen falsch.

 

Nun liegt es in der Natur der Zukünftigkeit, dass sie verdächtig unvorhersehbar ist. Aber angesichts der aktuellen rasenden Entwicklungen seien mir diese wenigen Gedankenstriche erlaubt:

 

- Social TV ist nur ein weiteres Gimmick, welches für das Gros der Formate aufgrund mangelnder Ressourcen keine Rolle spielt. Dass Fernsehsender diesen Trend nun für sich entdeckt haben, ist nur verständlich, geht es ihnen doch um die vermeintliche Annäherung an das allumfassende Medium Internet. Und den zunehmenden Bedeutungsverlust von TV als Leitmedium. Doch SocialTV ist nichts weiter als eine Brückentechnologie in neuer Verpackung. Und vielleicht wird sich, wie gerade bei der Rundshow im BR zu sehen, zeigen: Das Medium Fernsehen ist generell nur sehr beschränkt zum Dialog fähig.

- Der ebenfalls gehypte Second Screen krankt an einer ähnlichen Fehleinschätzung: Wer glaubt denn ernsthaft, dass wir im post-mobilen Zeitalter der Zukunft noch den Großteil des Bewegtbildkonsums im Pre-Internet-Konstrukt "Wohnzimmer" verbringen und auf einen großen Hauptscreen schauen? Vielmehr wird sich Bewegtbild vollkommen von den Gerätefesseln lösen und als allgegenwärtiges Medium den Alltag begleiten: von der Bushaltestelle bis ins Museum.

- Viel wahrscheinlicher ist es, dass wir unseren Screen die ganze Zeit dabei haben. Nicht als Smartphone, sondern im Blickfeld. Die entsprechenden Technologien sind bereits entwickelt und werden derzeit u.a. von Google auf Marktreife geprügelt. Ein HUD (Heads-Up-Display) sorgt für die Netzkommunikation. Das Fernsehen der Zukunft benötigt also eine Augmented-Reality-Strategie.

- Der gesamte Bewegtbildmarkt ist reif zum Abschuss und steht wankend an der Klippe. Bereits eine disruptive Idee könnte ihn abstürzen lassen. Leider ist das teuflische an der Disruption, dass sie niemand vorhersieht und sie nicht aufzuhalten ist. Aber sie kommt.

- Der Einfluss von GoogleTV und Apple (ITV) wird überschätzt. Solange beide nicht mit einer wirklich disruptiven Idee aufwarten können, reihen sie sich ins bestehende Ökosystem ein. Und bringen einfach ihre eigene Duftnote mit.

- Microsofts Kinect, Apples Siri und jetzt Disney Touché: Die Navigation von Bewegtbildinhalten geht in die selbe Rchtung wie die Inhalte. Sie wird zunehmend überalltauglich und disruptiert gerade das Konzept "Wohnzimmer" (siehe oben).

Doch als Inhaltefanatiker frage ich mich: Wie wirkt sich dies alles auf den Content selbst aus?

Zunächst ist klar: In dieser Zeit des Umbruchs wird der Content überwiegend durch die technischen Möglichkeiten bestimmt. Nicht weil es Sinn macht, sondern weil es geht, werden Formate entwickelt. Und dies wird zu weiteren technischen Innovationen führen.

Gerade deswegen: Die inhaltliche Entwicklung von Bewegtbild wird für eine Übergangszeit flatlinen und den Disruptionen hinterherhechten.

 

Videopunk auf Reisen (1) - Let's go to Russia!

Damit meine Mutter auch immer weiß wo ich bin: Ab jetzt meine Vortrags- und Konferenztrips. Und welcher Ort wäre besser für den Beginn dieser Serie geeignet, als Russland. Das Land von ehmm Milch und Honig. Zumindest was die Internetwirtschaft angeht...

Im Dienste der EWVA verschlägt es mich am 26. Mai nach Moskau, mein werter Co-Geschäftsführer Dimi und ich sind zur dortigen DLD eingeladen. Wer die DLDs nicht kennt: Das sind so ultraelitäre Digital-Fachkonferenzen mit Netzwerkanspruch und ziemlich guten Snacks.

Die DLD Moskau ist übrigens ein Koop-Ding mit der Skolkovo Foundation, angeblich dem russischen Innovation Hub, und politisch nützlich sehr Putin-nah. Das muss nix heißen. Oder eben alles. Wir werden sehen.