Wollen wir doch mal das neue YouTube Moderator ausprobieren!
Der Urquell jedweder Inspiration der Neuzeit. Unendliche Frottee-Weiten. Das Alpha und Omega des heimischen Bewegtbildes.
Wie sieht dein Waschgang aus?Zeige die intimsten Momente, das Delta zwischen Schon- und Schleudergang. Den Ideen sind keinerlei Grenzen gesetzt. Ob Koch- oder Buntwäsche, Hart- oder Weichspüler. Hauptsache es läuft rund.
Man sperre während eines Multimedia-Workshops zwei abgedrehte AP-Fotografen mit ihren DSLRs ein - und das kommt dann dabei raus. Eine herrlich schräge Parodie auf Jay-Z: "Multimedia Immersion Rap".
Zum Vergleich: Hier das Original von Jay-Z - On To The Next One:
Mutig sind sie ja. Die Herren Harnasch und Bozic. Sich als Papier-Personaler vor die Kamera zu trauen, ist vielen Amtskollegen weiterhin ein Graus. Trotzdem ächzt und krächzt das neue Video-Format "Berliner Ferngespräche" an allen vier Ecken und Enden des Videoplayers.
Schon die Idee ist nicht neu, aber immerhin weithin Nutzer-kompatibel:
Auch ein Ortsgespräch kann zuweilen ein Ferngespräch sein: Alle zwei Wochen telefonieren Ivo Bozic von der Jungle World und David Harnasch vom Cicero miteinander und besprechen das aktuelle Weltgeschehen.
So weit, so einfach. Inhaltlich ist der gestellte Schlagabtausch ganz nett. Trotzdem ist die journalistische Rakete in seiner jetzigen Form mehr Rohrkrepierer denn Feuerwerk.
Und das liegt vorallem an der biederen und manchmal unfreiwillig komischen Darbietung. Gestellt ist noch höflich ausgedrückt. Ein echter Schlagabtausch, ja selbst ein echtes Telefonat sieht anders aus. Hört man da draußen in der analogen Welt. Oder so.
Eben diese fehlende Authentizität ist der Kardinalsfehler eines, von den Nutzern weitgehend akzeptierten Videoformates heutigen Produktionsdatums.
Leider ist die Lösung für dieses Problem nicht einfach: Das Konsumieren von Alkohol, so wie Nutzer "Altonase" es in den Kommentaren vorschlägt, dürfte wegfallen. Das Austauschen der Protagonisten ebenso. Und die Landverschickung auf eine Schauspielschule könnte für Ärger mit den Chefredakteuren sorgen.
Mein Tipp: Einfach losreden, wie euch der Schnabel gewachsen ist. Lasst es raus. Besprecht im Vorfeld das Thema, überlegt euch knackige Formulierungen, markante Sprüche, schreibt diese auf. Und zerknüllt diesen Schlachtplan. Dann schauen wir mal weiter.
Ich mag diesen Laden und seine Neuinkarnation am Limbecker Platz. Gute Cocktails und der beste Service, den ich in Deutschland je angetroffen habe. Und nein, als Stefan Nitzsche und ich das Video erdacht, gedreht und geschnitten haben, wechselte kein müder Euro die Westentasche. Stattdessen, und hier glaube ich beruhigt in Stefans Namen schreiben zu dürfen, lag uns die Sache am Herzen. Gute Sachen sollte man unterstützen.
Gedreht übrigens mit einer Canon 5D, einer 7D mit diversen Objektiven, der Ton kam per Handmikro über das Zoom H4N auf die Speicherkarte. Geschnitten in Adobe CS3 CS4 auf dem Mac. Es war kein ganzer leichter Dreh: Wir haben die Aufnahmen während der Neu-Eröffnung des Faces 2 gemacht. Mitten im Launch-Trubel.
Audio-Slideshow meets Video: Und dazu auch noch in s/w. Unterwegs mit einem Leverkusener Privatdetektiv. Schwierig zu drehen (alles geheim!) und zu erzählen. Bietet sich genau für diese Zwecke die Stil-Mischung an?
Hier geht's zum Video von Daniel Elke.
(Disclosure: Ich bin als Video-Berater für die Rheinische Post tätig.)
Ich mag's spontan. Auch das Arbeiten. Vielleicht hat mir deswegen die kurzfristige Reise nach Koblenz so gut gefallen. Warum es dort ging? Ein gewisser "Internet-Blogger" durfte einen Tag bei der dortigen Rhein Zeitung den Blattmacher geben. Während das Lobo-Experiment vor sich hin brutzelte, wurde ich landverschickt. Einen Tag durch Koblenz und das Umland reisen, Eindrücke sammeln und diese in meine Videokamera bannen.
(Fast) jeder Filmprofi wird jetzt aufschreien: Aber die Aktion lief herrlich ungeplant. Es gab schlicht und ergreifend nur einen Mini-Drehplan. Der übrigens exakt 20 Minuten Bestand hatte und Dank des Wetterumschwungs im nächsten Papierkorb landete. Also auf altgediente Tugenden zurückgreifen und in die VJ-Trickkiste greifen: Augen und Ohren offenhalten, Menschen in Gespräche verwickeln und möglichst freundlich dreinschauen.
Herausgekommen sind dabei zwei kleine Werke:
Das lange Stück ist ein Kompott aus Bildern, Interview-Schnipseln und schön-schmalziger Musik und zeigt eine Handvoll Ecken in und um Koblenz. Das zweite, um Mitternacht eingefangene und geschnittene Video, ist in der Altstadt entstanden.(Danke ans "Schiffchen"!)
Wie bei den meisten meiner Werke polarisieren diese: Die eine Seite findet es "wunderschön" und stöbert im Google-Kalender nach einem freien Wochenende für einen Koblenz-Trip. Die andere Seite hält das Video für "handwerklich grausam" und eines professionellen Image-Filmes für unwürdig.
Nun, ich bin froh, dass es keine Image-Filme geworden sind.
Klare Zielsetzung von Sascha und mir war: Das Gefühl der Menschen zu ihrer Heimat in kurzer Zeit mit einfachen Mitteln ins Netz zu bringen. Zumindest das, so hoffe ich, ist erreicht. Menschen von nebenan, aus dem Alltag gerissen, spontan vor die Kamera gestellt, und ehrlich antworten lassen - darunter verstehe ich Authentizität. Und eine Grundvoraussetzung für ein inhaltlich getriebenes Webvideo.
Für die Technik-Interessierten: Gedreht habe ich mit einer Canon 7D. Als Immerdrauf musste das Sigma 18-50 2.8 herhalten. Ausreichend Lichtstärke auch für den nur von einer Kerze beleuchteten Weinkeller an der Mosel. Als Mikrofon durfte sich ein günstiges Rode VideoMic bereithalten. Aufgrund des AGC in der 7D keine optimale Lösung. Aber der Ton ist durchaus zufriedenstellend, wenn auch an manchen Stellen etwas verrauscht. Statt Stativ kam ein Zacuto Tactical Shooter zum Einsatz. Etwas wackliger, aber auf einem Weinberg hätte mein Manfrotto keinerlei Chance gehabt. Schnell zusammengeschnitten wurden die Videos mit dem taufrischen Premiere CS5. Das native Verarbeiten von DSLR-Material ist, vorallem unter Zeitdruck, Gold wert.