Die mysteriösen Abrufe eines Bayer-Videos
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Aus der endlosen Reihe "Videos die nett sind, aber sicherlich mehr Abrufzahlen als Zuschauer haben" gibt es heute den Versuch des Chemie-Giganten Bayer, mit einem Musikvideo viralen Erfolg vorzuspielen.
Aber langsam:
Der folgende Musik-Clip ist nicht schlecht gemacht.
Zudem basiert er auf einem weiteren "Erfolgsvideo" Bayers. Insofern könnte dies eine clever fortgesetzte Serie sein. Leider hat jemand bei Bayer vergessen, den Statistik-Bereich des Videos auszublenden. Das ist normalerweise üblich, wenn man verbergen will, woher die Abrufe abseits von YouTube stammen.
Dem geneigten Leser wird vielleicht ins Auge springen, dass das Gros der Abrufe von einer Seite namens video-loader kommt. Interessanterweise eine Apache Test Page. Dann gibt es noch Abrufe von dieser toten Seite, von der World Golf Tour und dieser lustigen Video-Insel. Ja, und tatsächlich scheinen auch Abrufe von Facebook & Co. dabei zu sein.Mehr als 130 000 Abrufe - da sollten die Kommentare doch brummen. Oder auch nicht. Ganze 18 Kommentare haben sich unter das Video verirrt. Davon sind zwei Spam, drei entfernt und der klägliche Rest nur mäßig begeistert.
Ein Nutzer mit dem Namen "Tumbolisu" hat es schon frühzeitig auf den Punkt gebracht: "ich glaub der hat nur so viele clicks wegen so seiten wie steampowers . net. schließlich sind hier nur 3 kommentare aber 85.578 views."
Steampowers.net ist eine etwas dubios anmutende Spam-Seite. Dort kann sich jeder angemeldete Nutzer Punkte und damit Spiele-Prämien verdienen. Zum Beispiel mit dem Schauen von - welch Wunder - Videos. Derartige Seiten gibt es wie Sand am Ballermann 6. Was sie besonders gut können: ihre Adresse verschleiern.
Nächster Punkt, der in der Statistik seltsam erscheint: Bei 130 000 Abrufen gibt es nur 42 Daumen hoch (und 6 Daumen runter). Kann vorkommen. Zeigt aber, dass das Video auf YouTube ein Schattendasein fristet.
Nun wäre es nicht fair, aufgrund dieser Beobachtungen den Menschen bei Bayer so etwas wie Schummelei oder gar Wettbewerbsverzerrung vorzuwerfen. Vielleicht sind die obigen Dinge nur Zufälle. Das wäre zwar aus Kommunikationssicht weiterhin ein Tritt in die eigenen Weichteile, aber dann wenigstens mit dem Hauch des Mysteriums.
Update (30.4., 22 Uhr): Und schwupps ist die Statistik gesperrt.
