Wenn mir jemand noch was schenken möchte...
- Edit
- Delete
- Tags
- Autopost
1500 Dollar sind für dieses Baby hinzulegen. Für diese zart geschwungenen Ränder, diese anmutigen Tasten, dieses Edelstück der Geeks.
1500 Dollar sind für dieses Baby hinzulegen. Für diese zart geschwungenen Ränder, diese anmutigen Tasten, dieses Edelstück der Geeks.
Angucken, Lautsprecher auf Maximum stellen und freuen:
http://www.imagic.co.nz/Site/Files/xmas09/
Auch wir Journalisten müssen mal lachen dürfen.
Die Debatte um Paid-Content in den Medien wird ähnlich emotional geführt, wie das Steuersenkungsmaximierungswachstumsbeschleunigungsgesetz. Doch lassen wir die Kirche im Dorf: Rund 10 Prozent der Deutschen wären laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage bereit, für Nachrichten im Web zu löhnen. Dass diese Bereitschaft sicherlich nur für wirklich einzigartigen Content - und keine abgeschriebene Massenware - gilt, unterstelle ich selbst RTL-Zuschauern.
Wenn mehr als 90 Prozent der potenziellen Kunden das Bezahlmodell für Tinneff halten, muss sich ein Unternehmer etwas anderes einfallen lassen. Setzt er weiterhin auf ein Produkt, dass der Markt noch vor der Einführung nicht haben will, nimmt die Marktwirtschaft ihren Lauf. Schuld am Untergang des professionellen Journalismus sind demnach nicht die Kunden, sondern schlicht und ergreifend der Hersteller. Dies zu verleugnen ist nur eines: Dreist und dumm.
Können Sie in wenigen Sätzen, ohne Gebrauch von Netz-Theorien, den Unterschied zwischen Webvideo und WebTV erklären? Willkommen im Club. Auch ich bin neulich daran gescheitert. Dabei lässt es sich mit einem Vergleich erklären. Doch erfordert dieser mehr als Stammtisch-Parolen und Wikipedia-Halbwissen.
YouTube ist Webvideo
Gemeint ist nicht das technische Portal hinter dem bis dato größten Bewegtbildlieferanten der Menschheitsgeschichte. Vielmehr bedeutet der Grundgedanke des Social Media die Trennlinie zwischen Webvideo und WebTV.
Ohne zum x-ten Mal das Hohelied auf Social Media zu singen: Der Nutzer nimmt aktiv an der Gestaltung seines Programmes teil. Als Produzent, Konsument und Kritiker. Er hat sich das Recht auf freie Inhaltewahl zurückerkämpft.
Dass diese Erkenntnis bei Verlagen auf eine Betonmauer stößt, verwundert nicht: Vorallem Medienhäuser verstehen es, ihren vermeintlich exklusiven Inhalt mit letzter Kraft vor ihren Kunden zu schützen. Neuerdings auch mit Selbstschussanlagen.
Insofern kommt die Gelegenheit, günstigen TV-Bewegtbildinhalt als Zweitverwertung einzuspeisen, den Verlagen entgegen: Syndikation, Video-Ads, Crossmedia - beim Thema "Bewegtbild im Netz" wird eifrig Buzzword-Bingo gespielt.
Dabei beruht der Erfolg von Webvideos nicht auf möglichst viel Content zu möglichst günstigen Preisen. Sondern auf den vielfältigen Möglichkeiten, die das Internet dem Submedium Bewegtbild bietet.
Die Maßzahl "Video-Abrufe" ist übrigens in dieser Hinsicht ein ungeeignetes Mittel des Erfolgsnachweises. Faktoren wie Verweildauer, Weiter-Empfehlungsrate, Kommentarqualität und Longtail-Effekt verdeutlichen in Ansätzen, welchen Stellenwert das Produkt Webvideo bei den Websehern bzw. Kunden hat.
Diese Faktoren zu steuern, erfordert den stetigen Dialog mit den Kunden. Eine Funktionsweise, die dem klassischen, weil originär für ein Send-Only-Medium "TV" entwickeltem Bewegtbild nicht gegeben ist.
WebTV nutzt zwar die Werkzeuge des Social-Media-Gedankenguts, blendet aber den geistigen Überbau aus. Und degradiert den Webseher zum Zuschauer zweiter Klasse.
Die Struktur ist eingefahren: Ganz unten gibt es Lokalredaktionen, darüber thront der "Mantel". Die Redaktion, die sich um die vermeintlich wirklich wichtigen Themen kümmert. Themen von überregionalem, je nach Definition auch nur von regionalem Interesse. Ein Auslaufmodell? Zumindest im Video-Bereich: Ja.
Web-Videos bei regionalen Zeitungsverlagen haben nur dann eine Chance, wenn sie sich ihrer Nischen-Funktion bewusst werden. Statt den großen Geschichten hinterherzuhechten, bedarf es journalistischer Demut. Der Kleingärtnerverein besitzt für einige Menschen vor Ort eine mindestens genauso große Relevanz wie die Weltwirtschaftskrise.
Münzen wir diese Relevanz auf Videos, zeigt sich der Standortvorteil eines regionalen Zeitungshauses. Die Redakteure vor Ort sind nah am Menschen. Das Wichtige dabei: Sie sind es jeden Tag. Denn um den neuen Markt zu erobern, bedarf es einer gewissen Regelmäßigkeit an Videos. Ist diese nicht gewährleistet, bleibt das Zusatzangebot eine Ausnahmeerscheinung. Ohne Chance auf Marktdurchsetzung.
Die klassische Funktion einer Mantel-Redaktion, das Schaffen von zusätzlichem Inhalt, ist somit obsolet. Bei uns zeigt sich dies an den Klickzahlen. Vermeintliche Beiträge mit Stars und Sternchen dümpeln im PI-Nirwana. Je mainstreamiger der Inhalt wird, desto weniger Webseher aus der potenziell interessierten Masse klicken sich in den Beitrag.
Allerdings bedarf es gerade im Lokalen verstärkter Marketingmaßnahmen für erfolgreiche Web-Videos. Der angesprochene Nischenmarkt muss über die Existenz des Videos Bescheid wissen. Leider ist dies nicht selbstverständlich - eine kleine Ankündigung im lokalen Print-Teil erreicht unter Umständen genau NICHT die gewünschte Zielgruppe.
Die Ankündigungs-Funktion muss der Lokalreporter selbst übernehmen. Er muss sein Werk aggressiv nach außen bewerben. Und noch nie war dies so einfach wie heut. Ein paar Mails hierhin, ein Foreneintrag dort, und ein Tweet zur richtigen Zeit. Die Werkzeuge liefert das Web zuhauf. Zudem erfreut sich ein analoges Kommunikationsmittel wieder wachsender Beliebtheit: Mundpropaganda.