Facebook holt Livestream ins Boot

Eine kleine Meldung, die große Wirkung haben könnte: Livestream hat eine Facebook-App vorgestellt, mit der jedes Mitglied des Netzwerks per Knopfdruck live auf Sendung gehen kann. Zwar war es schon jetzt möglich, mittels Embed-Code einen bestehende Livestream auf Facebook einzubinden. Die Livestream.com-Lösung ist hingegen ungleich komfortabler. Selbst das im Vorfeld notwendige Erstellen eines Livestream-Accounts kann nun in Facebook erledigt werden. Die einzelnen Konten können dann auf eigene Facebook-Seiten verlinkt werden. Zum Senden an sich wird aber die kostenlose Procaster-Software von Livestream benötigt.

Technisch bleibt mit Livestream.com alles beim Alten: Weiterhin gelten die Einschränken für Nicht-Premium-Konten (z.B. max. 50 gleichzeitige Zuschauer bei "unverified accounts").

Von der kurzen Einrichtung abgesehen, war es noch nie einfacher, mit Video live auf Sendung zu gehen. Die Integration in Facebook, inklusive der Kommentarfunktion, Anbindung an die Pinnwand etc. wird Live-Video vielleicht den bis jetzt ausgebliebenen Erfolg im Netz bringen.

 

Alle Videomacht dem Volk

via nyvs.com

Auf dieses Video der BBC-Journalistin Victoria Holt bin ich bei Michael Rosenblum gestoßen. Was das Video so besonders macht?

Zunächst ist es trotz der 8 Minuten nie langweilig. Es ist exemplarisch für den durch Rosenblum geprägten VJ-Stil. Statt Off-Text erzählt der Protagonist, Sequenzen werden mit Five-Shot aufgelöst, gedreht wird aus der Hand. Generell ist die Technik eindeutig nicht das bestimmende Element des Beitrags. In Zeiten von zunehmend übergekünstelten DSLR-Videos sehr erfrischend.

Rosenblum selbst stellt im Blog die Frage: "What happens when you empower people with video?" Das obige Beispiel zeigt, wie wertvoll das Handwerk sein kann. Kein großes Kamerateam und Location-Scouts, nur ein "600 Dollar plane ticket from London to Rwanda" und eine Woche vor Ort.

Noch nie war es so einfach, so günstig und so lohnend für guten Journalismus, auf bewegte Bilder zu setzen. Ohne die heutigen Möglichkeiten wäre diese Ruanda-Geschichte nie erzählt worden.

Worst of Pro (4): Sixt vs. ein-letzter-Rest-Anstand

Entweder haben die Jungs und Mädels von JvM ihre tägliche Dosis kolumbianischen Schnupftabak nicht bekommen oder sie haben beim letzten ADC-Treffen ihr Oberstübchen an der Garderobe vergessen. Jedenfalls mundet die Castor-Guerilla-Kampagne für den Stahldroschkenvermieter Sixt geschmackloser als ein wiedergekäutes Stück Nordsee-Fischburger. Das Video sei deswegen nur beispielhaft für all die großen mächtigen Werbeagenturen, die vor lauter Gemächtprahlerei den Kontakt zum Volk verloren haben.

Man mag die Demonstrationen für fehlgeleitet halten, für teuer, sinnlos oder man mag sogar AKWs für toll befinden, eingestreute Witzwerbung ist bei dem ernsten Thema ebenso fehl am Platze wie das minderbemittelt seichte Gefeiere der Aktion im Sixtschen Firmenblog.

Worst of Pro (3): Wenn Versicherer Video machen wollen

Gong für Runde 3: Dieses Mal ein bekannter Krankenversicherer, der sich sinnbefreite Videos hat aufschwatzen lassen.

Weil kein Embedding möglich ist, hier nur der Link und die Handlungsanweisung: "Berater mit Video" auswählen und das Grauen genießen. Sorry, liebe DKV, damit schadet ihr euren Beratern mehr als es ihnen nützt.

Newspaper Extinction Timeline

via blog.franz.tv

Und siehe da: Deutschland hält bis 2030 durch. Was ich wiederum auf unaufhörliches Verlagssprechblabla zurückführe. Meine Prognose steht weiterhin: Ende 2013 beginnt hierzulande das Sterben.

Posterous theme by Cory Watilo