37 Links für virale Videos

Mit die interessanteste Session auf dem Videocamp: Wie produziere ich bewusst ein virales Video? Ich bin zwar immer noch der Meinung, dass man viral nicht machen, sondern nur erleben kann. Ein gutes Video mit gutem Marketing wird gefunden werden...

 

Dennoch:

Hier gibt's eine Liste mit 37 Tipps bzw. Links, die zeigen, mit welchen Mitteln erfolgreiche Videos erfolgreich werden.

Kriegserklärung an den Journalismus

Heute war kein guter Tag für den deutschen Journalismus. Die politisch motivierte Abberufung Nikolaus Brenders als ZDF-Chefredakteur ist ein Armutszeugnis deutscher Politikmacher. Und offenbart nebenbei, wie tief unsere Profession in der Krise steckt. Der Überlebenskampf des Journalismus ist seit heute ein offen ausgetragener Mehrfrontenkrieg. Von der einen Seite marschieren die Truppen der Verlage und Medienheuschrecken auf das Schlachtfeld, auf der anderen Seite befüllen politische Machtapparate ihre Gefechtskanonen. Umringt von Feinden nähen die ersten Journalisten bereits weiße Fahnen. Der ökonomische Leidensdruck, gepaart mit der Angst des eigenen Machtverlustes paralysiert selbst gestandene Redakteurs-Offiziere. Der Krieg nach außen ist längst ein Kampf im Inneren geworden. Die Kriegserklärung der Politik könnte kriegsentscheidend sein. Wahrlich, heute war kein guter Tag für den deutschen Journalismus.

ADAC: Blogger unerwünscht (Update 1)

Bereits 2008 hatte ich das Vergnügen, mich mit den Akkreditierungsrichtlinien des ADACs auseinanderzusetzen. Siehe auch den Beitrag im JakBlog. Und irgendwie haben die Kollegen immer noch nicht gelernt...

 

Im Folgenden zitiere ich aus den Akkreditierungsrichtlinien zum ADAC Supercross 2010 in Dortmund:

Akkreditierung von Online-Medien
Mitarbeiter von Online-Medien können nur akkreditiert werden, wenn sie die oben aufgeführten Voraussetzungen
erfüllen und das Medium darüber hinaus folgende Eigenschaften aufweist:
 Die stetige und eigenständige Berichterstattung erfolgt in Wort und Bild auf professionellem Niveau.
 Die Berichterstattung umfasst neben dem ADAC Supercross Dortmund weitere Themen.
 Die Zugriffszahlen müssen transparent nachweisbar sein, z. B. durch IVW-Prüfung.
 Die Zugriffszahlen von privaten Angeboten sind in der Höhe mit denen professioneller Onlinemagazinen
von Vollredaktionen und Verlagen vergleichbar.

 

(Damit nicht genug:)

 

Reine Blogs, Community-Portale, Foren, Foto-Galerien und Link-Sammlungen sind von der Akkreditierung
ausgeschlossen, da sie nicht dem redaktionellen Anspruch des Veranstalters entsprechen.

 

Nachtrag 11:15 Uhr

Die zuständige Pressestelle in Dortmund (ADAC Westfalen) kann die Kritik an den Richtlinien nicht nachvollziehen. Zur Frage nach dem "redaktionellen Anspruch" des Veranstalters (ADAC) sagt Pressesprecherin Ute Kockelke: "In Blogs findet kaum redaktionelle Berichterstattung statt. Dort sind eher Leute, die sich unterhalten".

Inwieweit bei der Akkreditierung die eigenen IVW-Zahlen aufgeführt werden, bleibt den Berichterstattern vorbehalten. "Es gibt dazu ein Feld im Akkreditierungsformular, welches nicht verpflichtend ist", sagt Kockelke. Allerdings seien "dort draußen viele schwarze Schafe" unterwegs und eine "ehrliche Beantwortung" des Feldes würde die Akkreditierungschancen stark steigern.

Im Falle von "DerWesten" empfiehlt Kockelke übrigens, die IVW-Zahlen anzuführen. "Wir haben mit der Akkreditierung eine Agentur aus Köln beauftragt, die vielleicht DerWesten nicht kennt."

Die angesprochene Agentur "ks design" war bis jetzt für ein Kommentar nicht zu erreichen.

Brandneu: UGC-Videos für Zeitungsleser - und in Farbe!

Die Meldung wirkt grotesk:

Endlich, als wäre es eine Innovation sondergleichen, können Medienhäuser ihren Lesern Abonnenten Zuschauern Hörern Nutzern das Neueste in Sachen Webvideo bieten: Sie können Videos hochladen! Ja, Sie dort draußen am Monitor. Genau Sie sind jetzt in der Lage, bei ihrer Lokalzeitung Ihr Video direkt hochzuladen. Keine CD muss mehr eingetütet und in der Lokalredaktion abgeben werden. Das nennt man Web 2.0 (oder so). Alles was Sie dazu brauchen, ist ein Benutzerkonto bei YouTube.

 

Moment Mal, YouTube?

 

Das was der Google-Videogigant auf die Adressleiste gebracht hat, ist keine Innovation, sondern eine Reaktion auf die Unfähigkeit vieler Medienhäuser. Während selbst Oma Kulitcke aus Oer-Erkenschwick den Rohrbruch bei den Nachbarn mit der Foto-Kamera filmt und ins Netz stellt, haben die alten Medien den Dampfer längst abfahren lassen. YouTubes Angebot ist ein Rettungsring für auf Grund laufende Mediendickschiffe.

Freie Fahrt voraus!

Dennoch: Die meisten Bürgerreporter werden den Rettungsring vorbeischwimmen lassen. Längst haben sie das Ruder ihres eigenen Bootes in der Hand, sind ihr eigener Kapitän und Steuermann.

Die fixe Idee alternder Medienhäuser, 2 Minuten Video-Ruhm auf einer mehr oder weniger geschlossenen Nachrichtenseite könne einen Schiffswechsel auf hoher See bewirken, beweisen die eigene Rückständigkeit.

Doch die Angst vor Googles Übermacht, und die einhergehende Erkenntnis der eigenen Fehler, wird das Schiff nicht vom Kurs abbringen. Es bleibt zu bezweifeln, ob Nutzervideos in nächster Zeit Einzug in deutsche Medienhäuser halten. Wer will auch schon an Bord eines Schiffes sein, dessen Reiseroute gespickt von Eisbergen ist?

Rupert, dass müssen wir nicht verstehen, oder?

Noch nie sind sich die Menschen dieser Welt so nah gekommen. Noch nie war es so einfach, in den Dialog mit zuerst fremden Kulturen zu treten. Und die weltweit größte Suchmaschine namens Google hat einen beträchtlichen Anteil an dieser globalisierten Kommunikation. Lieber Herr Murdoch: Nennen Sie mir einen nicht monetär getriebenen Grund, warum Sie an diesem Dialog nicht mehr teilnehmen möchten. Danke.