Der Selbstmord der Verlage
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Der BDZV und die öffentlich-rechtlichen Sender stecken ihre Grundstücke ab. Diese Grenzen sollen medienpolitisch aufzeigen, wer mit welchen Medienspielarten das Sagen hat. ARD/ZDF sollen Videos kriegen, die Zeitungen Text. Was für die Beteiligten einleuchtend klingen mag, ist nichts weiter als der Selbstmord der Verlage.
Videos im Netz sind das Kommunikationsmittel der Zukunft. Darauf müssen nicht erst Studien hinweisen (die es trotzdem tun), dazu genügt ein Blick in das Jetzt. Kein Medium wird auf lange Sicht mehr unter der disruptiven Macht des Netzes leiden, als das Fernsehen. Was kommunikativ elitär war, ist heute Kulturtechnik eines Jedermanns. Wir drehen und senden, was das Zeug hält. Das zerstört: Berufsbilder, Industrien, Staatssysteme. Aber es schafft auch: Berufsbilder, Industrien, Staatssysteme.
Nun ließe sich trefflich darüber streiten, wer den Verlagen den vergifteten Dolch ins Schlafzimmer geschmuggelt hat – oder ob ARD und ZDF gar selbst ihre Friedenstaube mit einem Sprengstoffgürtel versehen haben. Doch darum geht es nicht mehr.
Für die Verlage fährt der Zug nun endgültig Richtung Nirgendwo. Anstatt klarer Grenzen im Feld der Berichterstattungen, sollten beide Seiten ihre Grundstücke zusammenlegen. Das gibt den Öffentlich-Rechtlichen die Chance, ihrem Versorgungsauftrag nachzukommen. Und den Verlagen die Möglichkeit, am nächsten Güterbahnhof auszusteigen.
Das Internet kennt keine Grenzen. Auch das sollte allen Beteiligten mittlerweile einleuchten.
