Liebe Holzmedienmacher dort draußen,
geschenkt, dass ihr dieses komische Online-Dingens für den größten Fehler seit Erfindung der A-Bombe haltet. Verziehen auch eurer zielloser Hass auf all die bedepperten Blogger und das andere Gewurms, dass euren Content klaut.
Aber mal ehrlich: Wer singt euch jeden Abend mit dem Märchen vom “Geschäftsmodell Print” in den Schlaf? Wenn eines in diesen Umbruchzeiten klar ist, dann das nahende Ende eines Produktes. Ihr mögt ja alle eifrige Konsumenten der gedruckten Nachrichten von gestern sein. Doch die Zahl der Kunden sinkt rapide.
Wenn ich mir an gewissen Stellen die geistigen Wirrungen mancher Schreihälse anhöre, dann tut es mir unendlich Leid. Leid um die Kollegen dort draußen, die längst begriffen haben, wohin der Zug fährt.
Zeitungsjournalisten sind die Bergmänner der Medienwelt. Für einige wird es auch in Zukunft Arbeit geben. Doch Kohle allein reicht heute nicht mehr aus, um eine Mediendampflok in Bewegung zu halten.
Videopunk - Anarchy in Web-TV Webvideos und die Zukunft des Bewegtbildes
Kann man das so sagen? Muss man das so sagen? Nur weil es ein neues Medium gibt, muss das alte nicht versenkt werden. Und mit Kohle ist dann wohl das Lokale gemeint? Stirbt das aus, nur weil es in einigen Jahren als Feed und nicht als regennasses Papierhäufchen kommt? Wir (…) haben einen Abovertrag von 1923 im System. Ja, die Person lebt. Aber krieg den/die mal einer ins Internet. Informiert werden wollen auch alte Menschen.Papier stirbt, klar. Aber tot ist es dann doch noch nicht. Es geht gerade erst in Altersteilzeit & noch wird es wirklich gebraucht.
Ich bin für eine friedliche Co-Existenz von Print und Web. Geht das?
Zwischen dem, was die Leute brauchen und dem, was die Marktwirtschaft am Leben lässt, herrscht nicht selten Uneinigkeit. Und nein, Print ist nicht tot. Eher in den letzten Atemzügen. Noch wird das alte Geschäftsmodell künstlich am Leben erhalten. Und ja, es gibt auch Ausnahmen. Und diese Ausnahmen werden auch dann noch da sein, wenn das Medienaltersheim wegen zu hoher Sterblichkeitsrate geschlossen wird.
Lieber Herr Hündgen, Ihr Bergmann-Vergleich hat mir gut gefallen; vor allem, nachdem ich gestern Abend die Kommentare auf dem Medienmoral-Blog gelesen habe.Die Atmosphäre bei der WAZ erscheint mir sehr vergiftet, und dafür gibt es Ursachen und Verantwortliche. Ob Letztere den Karren noch aus dem Dreck geschoben bekommen, bezweifele ich.Es ist bei Ihnen wie in allen Häusern, wo unzureichend informiert und die Redaktion nicht mitgenommen wird: Nichtwissen gepaart mit Angst und Ingnoranz hält die Bergwerks-Mentalität aufrecht.Wünsche Ihnen trotz allem viel Erfolg. Herzliche Grüße!
… und anders als Zechen lassen sich Medienhäuser nicht in Eventlocations umwandeln.